Salut
Unsere Reise nach Kambodscha war zwar geografisch beschraenkt, da wir bloss in der Region Siem Reap waren, aber troztdem unglaublich abwechslungsreich.
Die Stadt Siem Reap liegt ca. 10km neben der unglaublichen Tempelanlage Angkor Wat. Genauer genommen besteht Angkor Wat aus ca. 20 grossen Tempelanlagen, jede alleine etwa 1 km2 gross. Deshalb hat uns deren Besichtigung drei volle Tage beschaeftigt. Die aeltesten Tempelbauten wurden im 9. Jahrhundert (n. Ch.) errichtet. Die Khmer, wie die Bevoelkerung von Kambodscha heisst, hatte ihre Bluetezeit um ca. 1200 n.Ch. Zu dieser Zeit war Angkor Wat mit ca. 1 Mio. Einwohnern die groesste Stadt auf der Welt. Die Tempelbauten sind teilweise buddhistisch, teilweise hinduistisch, da sich diese Religionen je nach Koenig abgewechselt hatten.
Wir koennten hier noch ein ganzes Buch ueber die Khmerkultur schreiben, aber am besten schaut ihr euch HIER die Fotos an. Bemerkenswert ist, dass die uralten Steinmetzkunst bereits Dinosaurier zeigte und gewisse Gebaeude griechischen Tempeln nachgeahmt sind... Und wir dachten immer, dass wir die grossen Entdecker seien...
Fuer unsere Besichtigung der Tempelanlagen haben wir uns einen lokalen Guide engagiert. Dieser hat uns nicht bloss historische Informationen zu den Tempeln, sondern auch Hintergrundinfos zur Gegenwart und dem gesellschaftliche Leben gegeben. Aehnliche Guides hatten wir auch in Bali und Java . So haben wir zum Beispiel ein paar schockierende Informationen zur Korruption erfahren (natuerlich nur vom Hoehrensagen). In Bali kann man beispielsweise zwischen der ganzen Busse mit Quittung und der halben Busse ohne Quittung waehlen. Auf Java muss ein Lehrer-Anwaerter die zustaendige Aufsichtsbehoerte mit rund 65 Mio. Rupia (ca. $6500) bestechen, um angestellt zu werden. Diese Summe kann kaum einer aufbringen, weshalb einem die lokale Bank das Geld leiht. Die Lehrer wiederum haben auch so ihre Techniken entwickelt, um das Geld wieder zurueckzubekommen. So dauert der Schulunterricht in Kambodscha beispielsweise nur noch einen halben Tag. Wer laenger unterrichtet werden moechte muss extra bezahlen. Wer im ueberfuellten Schulzimmer innert Hoehrdistanz zum Lehrer sitzten moechte muss extra bezahlen. Die Korruption kann aber auch toedliche Folgen haben. In Kambodscha muss man beispielsweise in oeffentlichen Spitaelern jeden "Helfer" auf dem Weg zur Besserung bestechen. Und 80% der Medikamente sind gefaelscht, wovon 20% sogar giftig sind. Unglaublich traurig!
Umso mehr Bedeutung hat die Arbeit und das Engagement des schweizer Kinderarzt Dr. Beat Richner, auch unter Beatocello bekannt. Als Reaktion auf die Misstaende im Gesundheitswesen in Kambodscha und der unglaublich hohen Kindersterblichkeit hat er in den letzten Jahren 5 Kinderspitaeler (Kanta Bopa) aufgebaut. Dies ist fast ausschliesslich mit privaten Spendengeldern finanziert worden. Zu diesem Zweck haelt er jeden Samstagabend ein Cellokonzert in seinem Spital in Siem Reap. Ein sehr eindruecklicher Mensch und eine ausserordentliche Leistung. So hat er fuer die Kambodschaner den hoeheren Stellenwert als jeder Minister.
Da 3 Tage Tempelbesichtigung am Stueck zu anstrengend gewesen waere, haben wir einen Tag Khmer-Kochkurs dazwischengeschoben. Jetzt sind wir spezialisiert auf Khmer Curry, Fruehlingsrollen und Waffeln.
Ausserdem unternahmen wir eine Exkursion zu einem Floating Village im Ueberschwemmungsgebiet des Tonle Sap Lakes. In diesem Dorf sind alle Haeuser auf ca. 10m hohen Stelzen gebaut und die Leute leben von der Fisch- und Krokodilzucht. Zum Gluck war gerade kein Krokodil ausgebuecks als wir in einer Nussschale durchs Dorf ruderten.
Die Fortbewegung in Kambodscha ist ebenfalls erwaehnenswert. Am Flughafen staunten wir nicht schlecht, als wir vom hoteleigenen TukTuk abgeholt wurden. Ein TukTuk ist ein kleiner Anhaenger mit Dach, welcher von einem Moped gezogen wird. Das Ganze ist ziemlich wackelig, dafuer aber angenehm windig bei den heissen Temperaturen. Unser Fahrer hat es sogar fertiggebracht, ueber die krasseste Schlammpiste mit uns zu fahren ohne dass wir rausgefallen sind.
Uns hat es in Kambodscha super gefallen. Die Menschen sind trotz ihrer traurigen und kriegerischen Vergangenheit sehr freundlich und gerne bereit, darueber zu sprechen. So lernt man unglaublich viel aus erster Hand.
In der Zwischenzeit sind wir wieder via Kuala Lumpur nach Hanoi in Vietnam geflogen. Die letzten zwei Tage haben wir in Sapa, in den Bergen nahe der Grenze zu China mit Wandern verbracht. Jetzt warten wir auf unseren Nachzug zurueck nach Hanoi (8 Stunden Fahrt fuer 300km). Uebermorgen geht es dann fuer eine dreitaegige Kreuzfahrt auf einer traditionellen Dschunke durch die Halong Bucht. Mehr dazu aber im naechsten Blog.
Viele liebe Gruesse
Samuel und Jacqueline
Sonntag, 29. August 2010
Indonesien - die letzten Tage
Gruezi
Unsere lezten drei Tage in Indonesien haben im Westen von Java in einer kleinen und untouristischen Ortschaft Namens Cianjur verbracht. In Cianjur wohnt die Familie von Yudi, der Homestays organisiert und bei welcher wir so unterkommen konnten. Yudi's Frau hat uns mit sensationellem Essen empfangen. Yudi hat auch zwei 'Gaestebetreuer' engagniert (Ega und Andri) welche uns nach dem Essen sogleich auf's Moped gepackt haben um in die Teeplantagen, die wunderschoene Landschaft und das Stadtzentrum zu zeigen. Im Supermarkt hat sich Jacqueline saemtliche (exotischen) Fruechte von den zwei Guides erklaeren lassen, obschon die vor lauter (Ramadan-)Fasten fast Traenen in den Augen hatten.
A propos Ramadan, hier noch ein paar Erfahrungen von unserer ersten Reise in ein muslimisches Land: Die erste Erkenntnis war, dass eine Moschee nicht immer ein Tuermli obendrauf hat. Also vorsicht, ein ganz normales Haus oder Tankstellenhaeuschen koennte auch eine Moschee sein... Die zweite Erkenntnis war, dass man kaum zum Schlafen kommt. Um 4.15 kommt der Weckruf und dann um 4.30 beginnt das Morgengebet (und zwar laut)! Das Gebet ist meist gesangsmaessig, kann aber auch in einer Lesung bestehen, was fuer uns eine ziemliche Ueberraschung war. Eines Morgens um 5.00 ist Jacqueline aufgestanden, und wollte ziemlich erzuernt unsere Gastgeber anweisen den Fernseher leiser zu stellen, nur um festzustellen dass der Laerm vom Gerede der Moschee stammte...
Waehrend unserem Aufenhalt in Cinajur haben wir per Moped einen Ausflug in ein abgelegenes Dorf gemacht, wo wir bei einer Familie assen und lernten, wie man aus Palmensaft Zucker herstellt. Ein weiterer Ausflug hat uns per Schiff in eine Flossstadt auf einem grossen Stausee gefuehrt. Diese Stadt besteht aus unzaehligen schwimmenden Fischzuchtanlagen, welche aus Bambus und Metall zusammengebastelt sind. In der Fischzuchtanlage gab es ein ganzes Becken voll Krokodilfische. Noch nie davon gehoert? Wir auch nicht. Ein Krokodilfisch sieht vorne aus wie ein Krokodil und hinten wie ein Fisch. Zur Aufklaerung hat es HIER ein Foto. Eine weitere Ueberraschung auf der Fischzuchtanlage war die "Klo-Spuehlung". Das Klo bestand aus einem Loch im Floss und wenn man runterschaute, schauten einem ein Schwarm hungriger Fische mit grosser Vorfreude entgegen. Das nennt man ein biologisch abbaubares Klo-System und Fuetterung der Fische bekommt eine neue Bedeutung.
Nach zwei Naechten bei der Familie von Yudi haben wir Indonesien via Jakarta verlassen und sind via Kuala Lumpur nach Kambodscha geflogen. Davon aber im naechsten Blog.
Viele liebe Gruesse
Saemi und Jacqueline
Unsere lezten drei Tage in Indonesien haben im Westen von Java in einer kleinen und untouristischen Ortschaft Namens Cianjur verbracht. In Cianjur wohnt die Familie von Yudi, der Homestays organisiert und bei welcher wir so unterkommen konnten. Yudi's Frau hat uns mit sensationellem Essen empfangen. Yudi hat auch zwei 'Gaestebetreuer' engagniert (Ega und Andri) welche uns nach dem Essen sogleich auf's Moped gepackt haben um in die Teeplantagen, die wunderschoene Landschaft und das Stadtzentrum zu zeigen. Im Supermarkt hat sich Jacqueline saemtliche (exotischen) Fruechte von den zwei Guides erklaeren lassen, obschon die vor lauter (Ramadan-)Fasten fast Traenen in den Augen hatten.
A propos Ramadan, hier noch ein paar Erfahrungen von unserer ersten Reise in ein muslimisches Land: Die erste Erkenntnis war, dass eine Moschee nicht immer ein Tuermli obendrauf hat. Also vorsicht, ein ganz normales Haus oder Tankstellenhaeuschen koennte auch eine Moschee sein... Die zweite Erkenntnis war, dass man kaum zum Schlafen kommt. Um 4.15 kommt der Weckruf und dann um 4.30 beginnt das Morgengebet (und zwar laut)! Das Gebet ist meist gesangsmaessig, kann aber auch in einer Lesung bestehen, was fuer uns eine ziemliche Ueberraschung war. Eines Morgens um 5.00 ist Jacqueline aufgestanden, und wollte ziemlich erzuernt unsere Gastgeber anweisen den Fernseher leiser zu stellen, nur um festzustellen dass der Laerm vom Gerede der Moschee stammte...
Waehrend unserem Aufenhalt in Cinajur haben wir per Moped einen Ausflug in ein abgelegenes Dorf gemacht, wo wir bei einer Familie assen und lernten, wie man aus Palmensaft Zucker herstellt. Ein weiterer Ausflug hat uns per Schiff in eine Flossstadt auf einem grossen Stausee gefuehrt. Diese Stadt besteht aus unzaehligen schwimmenden Fischzuchtanlagen, welche aus Bambus und Metall zusammengebastelt sind. In der Fischzuchtanlage gab es ein ganzes Becken voll Krokodilfische. Noch nie davon gehoert? Wir auch nicht. Ein Krokodilfisch sieht vorne aus wie ein Krokodil und hinten wie ein Fisch. Zur Aufklaerung hat es HIER ein Foto. Eine weitere Ueberraschung auf der Fischzuchtanlage war die "Klo-Spuehlung". Das Klo bestand aus einem Loch im Floss und wenn man runterschaute, schauten einem ein Schwarm hungriger Fische mit grosser Vorfreude entgegen. Das nennt man ein biologisch abbaubares Klo-System und Fuetterung der Fische bekommt eine neue Bedeutung.
Nach zwei Naechten bei der Familie von Yudi haben wir Indonesien via Jakarta verlassen und sind via Kuala Lumpur nach Kambodscha geflogen. Davon aber im naechsten Blog.
Viele liebe Gruesse
Saemi und Jacqueline
Mittwoch, 25. August 2010
Kambodscha
johm riab sua,
Wir sind soeben nach einer eindruecklichen Woche in Kambodscha fuer einen Sop-over in Malaysia gelandet.
Leider sind wir noch nicht dazu gekommen, den Blog fuer Kambodscha zu schreiben, aber hier vorweg schon mal die Fotos:
klicke HIER fuer die Fotos von Kambodscha
Morgen frueh geht es weiter nach Vietnam.
Viele liebe Gruesse
Samuel & Jacqueline
Wir sind soeben nach einer eindruecklichen Woche in Kambodscha fuer einen Sop-over in Malaysia gelandet.
Leider sind wir noch nicht dazu gekommen, den Blog fuer Kambodscha zu schreiben, aber hier vorweg schon mal die Fotos:
klicke HIER fuer die Fotos von Kambodscha
Morgen frueh geht es weiter nach Vietnam.
Viele liebe Gruesse
Samuel & Jacqueline
Montag, 16. August 2010
Java
Selamat datang,
Nach einer Woche im hinduistischen Bali sind wir zusammen mit unserem Guide, Agung Surya, mit der Autofaehre ins islamische Java gereist. Doch bevor wir mehr ueber Java schreiben wollen wir mal ein paar Worte zum (Touristen-)Leben hier in Indonesien verlieren:
Die Fotos zu Java findet ihr HIER.
Die Indonesier sind unglaublich Geschaeftstuechtig, so dass einem immer und ueberall jeder Wunsch erfuellt wird, vorausgesetzt man hat das noetige Kleingeld. Auf dem abgelegensten Bergipfel findet man ein Verkaufer fuer Ersatzbatterien fuer den Fotoapparat oder so bald es regnet will jeder einem ein Regenschirm verkaufen. Das Ganze hat natuerlich auch seine laestige Seite, denn als Tourist wird einem etwas im Minutentakt offeriert. Mit der Zeit wird man aber imun dagegen.
Das Essen in Indonesien ist ausgezeichnet aber nicht sehr abwechslungsreich. Meist gibt es Reis (nasi goreng) etwas Fleisch und scharfe Chilisauce (Sambal). Zum Fruehstueck beginnt der Tag, wie der Letzte aufgehoert hatte, mit Nasi Goreng... Brot haben wir in zwei Wochen nur einmal gehabt. Zum Glueck gibt es auch Mie Goreng, was Nasi Goreng mit Nudeln ist. Dazu gibt es fast immer ein Spiegelei. Nebst Reis gibt es meist Ananas, Papaya und Melonen. Ausserdem kann man am Strassenrand leckere Kokosnuesse kaufen, welche anders als bei uns noch die komplette Kokosnuss umfassen (also nicht bloss die braune Nuss sondern auch die dicke gruene Schale drumherum) und viel besser schmecken als bei uns. Unser Fahrer hat uns ausserdem zahlreiche andere Fruechte zum essen gegeben, welche (meist) ausgezeichnet geschmeckt haben.
Das Essen kann man hier an kleinen Staenden auf der Strasse oder neben der Strasse und natuerlich in Restaurants. Wir haben uns bisher bis auf das Niveau 'neben der Strasse' runtergearbeitet und werden wohl nicht mehr tiefer gehen... Die Hygiene ist nicht die Beste, weshalb wir jeden Abend vor dem Schlafengehen einen zuenftigen Schluck Schnaps zur Desinfektion zu uns nehmen. Bisher hat's genuetzt und wir haben noch keine Probleme gehabt.
Erwaehnenswert ist auch das lokale Preisniveau. Nach dem teuren Jahr in Sydney, dem gelinde gesagt nicht ganz billigen Abstecher nach Vanuatu und der kostpieligen Reise durch Australien ist Indonesien Balsam fuer unser Budget. Das guenstigste Mittagessen war bisher Fr. 2.- (2*Satay Spiessli und Getraenke), die guenstigste Uebernachtung Fr. 24.-. Aber man muss hier staendig aufpassen, dass man nicht ueber den Tisch gezogen wird und stets den Preis runtermaerten. Inzwischen koennen wir dies ziemlich gut :-)
Noch ein paar Worte zu den Unterkuenften, insbesondere zu den Badezimmern. Grundsaetzlich gibt es hier nur Steh-Plumpsklos. Anstelle einer Spuehlung hat es ein Wasserbecken mit einem Eimer. Damit schoepft man dann genuegend Wasser ins Klo um den Spuehleffekt auszuloesen. In den Hotels hat meist 'westliche' Toiletten, ab und zu aber trotzdem ohne Spuehlung. Dadurch sind die Toiletten meist eine ziemlich nasse Angelegenheit und man geht am Besten mit den Schlarpen aufs Klo. Die Sache wird noch verkompliziert, da man nicht ueberall das WC-Papier ins Klo werfen darf (wegen der Kapazitaet der Abwasserleitung). An einigen Orten muss man dies im Abfallkuebel entsorgen...
Schliesslich ist sollte der Verkehr noch Erwaehnung finden. Es scheint als ob hier jeder und jede ein Motorroller hat. Wer keinen hat, der oder die sitzt einfach bei einer anderen Person auf den Motorroller. Manchmal sieht man ganze Familien auf einem Motorroller. Frauen mit Roecken sitzen jeweils seitwaerts auf diesen Geschossen und fallen wie durch ein Wunder trotzdem nicht runter. Nebst den Rollern verstopfen Taxis und Minibusse die Strassen, so dass der Verkehr kaum vorwaerts kommt. Einmal sind wir mit einem Minibus 500km durch Java gefahren, notabene auf Javas Hauptverkehrsstrasse, was notabene 10 Stunden gedauert hat. Unser Fahrer war non-stop am ueberholen, egal ob gerade Gegenverkehr kam, so dass wir am Abend froh waren noch am Leben zu sein. Aber das faszinierende ist, dass der Verkehr trotz Chaos doch funktioniert. Hier beharrt keiner auf seiner Position sondern weicht aus, so dass beispielsweise der Entgegenkommende trotzdem ueberholen kann.
Im Gegensatz zu Bali (wo die Leute hauptsaechlich Hindus sind) sind hier auf Java (und im Rest von Indonesien) die meisten Leute Muslime. Indonesien ist sogar das Land mit den meisten Muslimen auf der Welt (Indonesien hat immerhin rund 250Mio Einwohner). Fuer uns ist dies die erste Reise in ein inslamisches Land und gewisse Sachen sind denn auch gewoehnungsbeduerftig. So muess man sich beispielsweise daran gewoehnen, dass man morgens um 5 Uhr vom Morgengebet geweckt wird. Dies wiederholt sich dann noch ungefaehr 4 mal am selben Tag. Da jetzt gerade Ramadan ist (waehrenddem Muslime tagsueber weder Essen noch Trinken), sind ausserdem die meisten Restaurants und Essensstaende waehrend dem Tag verdeckt. Man kriegt zwar etwas zu Essen ist aber hinter einem Tuch versteckt. Immerhin darf man hier auf der Strasse etwas Trinken und Jacqueline muss kein Kopftuch tragen.
Obschon die meisten Indonesier moderate Muslime sind nehmen sie es mit dem Ramadan trotzdem ziemlich ernst. Unser Minibus-Fahrer hat uns bei 36 Grad beispielsweise 10h quer durch Java chauffiert ohne zu trinken und zu essen. Waehrend den Tankstops und waehrend unserer Mittagspause hat er gebetet. Hier ist Saemi noch ein fast fataler Irrtum unterlaufen. Auf der ersten Tankstelle musste Saemi einen Piss-Stop einlegen. Im Toilettenbereich konnte man geradeaus aufs WC oder links zur Pissoir-Rinne, oder das war zumindest was Saemi gedacht hatte. Als er bereits 'ausgepackt' auf dem sog. Pissoir stand schaute er sich um und bemerkte, dass das Pissoir in Tat und Wahrheit das Fusswaschbecken fuer die Tankstellen-Moschee war. Zuem Glueck hat er dies rechtzeitig und unerkannt! bemerkt und konnte sich in die WC Kabine verkriechen. Nachher hatten wir festgestellt, dass in auf fast jeder Tankstelle einen Gebetsraum gibt (dafuer kein Tankstellenshop) und da dort sowieso nur Maenner reinduerfen ist er beim gleichen Eingang wie das MaennerWC... Tja, andere Laender, andere Sitten.
Also, nun zu unseren Abenteuern auf Java:
Java (und Indonesien generell) ist beruehmt und beruechtigt fuer seine Vulkane. Unser erster Stop hat in ein kleines Dorf am Fusse des Ijen Vulkans gebracht. Hier kann man im Gaestehaus einer Kaffeeplantage uebernachten. Da diese aber ausgebucht war, konnten wir das Haus des Vizedirektors mieten, was den Vorteil hatte, dass wir auch seine private Thermalquelle nutzen konnten. Am naechsten Morgen ging es vor Sonnenaufgang zu Fuss auf den Ijen Vulkan. Im Krater des Ijen Vulkans befindet sich ein Schwefelsee sowie eine stinkend und dampfende Sulphatablagerung. Die Einheimischen klettern zu dieser Sulphatablegerung runter und Hauen grosse Brocken dieses gelben Gesteins aus dem Boden. Anschliessend tragen sie in Bambuskoerben rund 85kg davon den Krater hoch und den Vulkan runter zur Sammelstation am Fusse des Vulkans (ca. 2 Stunden Wanderung). Diese unglaubliche Koerperleistung ist um so erstaunlicher wenn man bedenkt, dass die Einheimischen bloss etwa 1.55 gross sind und kaum mehr als 50kg wiegen. Wir sind ebenfalls in den Krater runtergeklettert und haben (mit Atemschutz) zugeschaut, wie die Einheimischen in dieser Dampfhoelle arbeiten. Einfach unglaublich.
Unseren naechsten Stop legten wir auf dem Kraterrand des Mount Bromo, ein weiterer Vulkan, ein. Der Bromo Vulkan besteht aus einem aeusseren Krater und einem inneren Krater. Dazwischen gibt es eine staubige Ebene. Der Vulkan im inneren Krater ist immer noch aktiv, wenn auch bloss mit stinkigem Dampf. Wir standen um 3 Uhr auf und fuhren durch den auesseren Krater auf einen Aussichtspunkt wo wir den Sonnenaufgang bestaunten. Anschliessend fuhren wir wieder in den ausseren Krater und kletterten auf den Rand des inneren Kraters von wo aus wir in den dampfenden Krater reinblicken konnten.
Nach drei Tagen auf brodelnden Vulkanen wollten wir unser Vulkan-Glueck nicht mehr weiter strapazieren und fuhren quer durch Java in die Kulturhauptstadt Javas nach Yogjakarta. Hier besichtigten wir zwei rund 1200 Jahre alten Tempelanlagen. Der Borobodur Tempel gleicht einer Pyramide und ist ein Budistischer Tempel. Der Pangeran Tempel gleicht eher einer Ansammlung von Zuckerstoecken und ist ein Hindu Tempel. Wegen seiner Bauart ist der Pangeran Tempel natuerlich viel anfaelliger fuer Erdbeben, was es in Indonesien haeuffig gibt. Einige Begaeude sind bereits wieder restauriert, doch bleiben noch hunderte von Tempelbauten aufzubauen was einem gigantischen dreidimensionalen Puzzle gleichkommt.
Nach Yogjakarta sind wir mit dem Zug via Jakarta nach Bogor weitergereist. Nach den zahlreichen 'Nahtoderlebnissen' waehrend der Busfahrt zahlten wir lieber Fr. 2 mehr fuer das Zugbillet (notabene Exekutiv Klasse, was hoeher ist als 1. Klasse). Der Zug war sehr angenehm, wenn auch weit entfernt von einem schweizerischen 1. Klasse Wagen. So waren Beispielsweise gewisse Scheiben zerbrochen und der on-board Fernseher spielte alle 5 Minuten dieselbe Werbesendung (und wir sassen direkt vor dem Bildschirm).
Jetzt sind wir in Bogor, der Regenhauptstadt in Java; und es regnet. Waehrend dem Tag war es schoen und wir konnten trockenen Hauptes den Botanischen Garten bewundern. Leider ist gerade Winter hier, so dass nicht alle Pflanzen bluehen. So haette es beispielsweise eine Pflanze gehabt, deren Bluete 2.4 Meter hoch und 200kg schwer gewesen waere.
Morgen fahren wir nach Cianjur, wo wir bei einer lokalen Familie wohnen werden. Am 19 August geht es dann bereits weiter nach Kambotscha via Malaysia. Somit werden wir uns das naechste mal aus Kambotscha melden.
In diesem Sinne, alles Gute und bis bald
Liebe Gruesse
Samuel + Jacqueline
Nach einer Woche im hinduistischen Bali sind wir zusammen mit unserem Guide, Agung Surya, mit der Autofaehre ins islamische Java gereist. Doch bevor wir mehr ueber Java schreiben wollen wir mal ein paar Worte zum (Touristen-)Leben hier in Indonesien verlieren:
Die Fotos zu Java findet ihr HIER.
Die Indonesier sind unglaublich Geschaeftstuechtig, so dass einem immer und ueberall jeder Wunsch erfuellt wird, vorausgesetzt man hat das noetige Kleingeld. Auf dem abgelegensten Bergipfel findet man ein Verkaufer fuer Ersatzbatterien fuer den Fotoapparat oder so bald es regnet will jeder einem ein Regenschirm verkaufen. Das Ganze hat natuerlich auch seine laestige Seite, denn als Tourist wird einem etwas im Minutentakt offeriert. Mit der Zeit wird man aber imun dagegen.
Das Essen in Indonesien ist ausgezeichnet aber nicht sehr abwechslungsreich. Meist gibt es Reis (nasi goreng) etwas Fleisch und scharfe Chilisauce (Sambal). Zum Fruehstueck beginnt der Tag, wie der Letzte aufgehoert hatte, mit Nasi Goreng... Brot haben wir in zwei Wochen nur einmal gehabt. Zum Glueck gibt es auch Mie Goreng, was Nasi Goreng mit Nudeln ist. Dazu gibt es fast immer ein Spiegelei. Nebst Reis gibt es meist Ananas, Papaya und Melonen. Ausserdem kann man am Strassenrand leckere Kokosnuesse kaufen, welche anders als bei uns noch die komplette Kokosnuss umfassen (also nicht bloss die braune Nuss sondern auch die dicke gruene Schale drumherum) und viel besser schmecken als bei uns. Unser Fahrer hat uns ausserdem zahlreiche andere Fruechte zum essen gegeben, welche (meist) ausgezeichnet geschmeckt haben.
Das Essen kann man hier an kleinen Staenden auf der Strasse oder neben der Strasse und natuerlich in Restaurants. Wir haben uns bisher bis auf das Niveau 'neben der Strasse' runtergearbeitet und werden wohl nicht mehr tiefer gehen... Die Hygiene ist nicht die Beste, weshalb wir jeden Abend vor dem Schlafengehen einen zuenftigen Schluck Schnaps zur Desinfektion zu uns nehmen. Bisher hat's genuetzt und wir haben noch keine Probleme gehabt.
Erwaehnenswert ist auch das lokale Preisniveau. Nach dem teuren Jahr in Sydney, dem gelinde gesagt nicht ganz billigen Abstecher nach Vanuatu und der kostpieligen Reise durch Australien ist Indonesien Balsam fuer unser Budget. Das guenstigste Mittagessen war bisher Fr. 2.- (2*Satay Spiessli und Getraenke), die guenstigste Uebernachtung Fr. 24.-. Aber man muss hier staendig aufpassen, dass man nicht ueber den Tisch gezogen wird und stets den Preis runtermaerten. Inzwischen koennen wir dies ziemlich gut :-)
Noch ein paar Worte zu den Unterkuenften, insbesondere zu den Badezimmern. Grundsaetzlich gibt es hier nur Steh-Plumpsklos. Anstelle einer Spuehlung hat es ein Wasserbecken mit einem Eimer. Damit schoepft man dann genuegend Wasser ins Klo um den Spuehleffekt auszuloesen. In den Hotels hat meist 'westliche' Toiletten, ab und zu aber trotzdem ohne Spuehlung. Dadurch sind die Toiletten meist eine ziemlich nasse Angelegenheit und man geht am Besten mit den Schlarpen aufs Klo. Die Sache wird noch verkompliziert, da man nicht ueberall das WC-Papier ins Klo werfen darf (wegen der Kapazitaet der Abwasserleitung). An einigen Orten muss man dies im Abfallkuebel entsorgen...
Schliesslich ist sollte der Verkehr noch Erwaehnung finden. Es scheint als ob hier jeder und jede ein Motorroller hat. Wer keinen hat, der oder die sitzt einfach bei einer anderen Person auf den Motorroller. Manchmal sieht man ganze Familien auf einem Motorroller. Frauen mit Roecken sitzen jeweils seitwaerts auf diesen Geschossen und fallen wie durch ein Wunder trotzdem nicht runter. Nebst den Rollern verstopfen Taxis und Minibusse die Strassen, so dass der Verkehr kaum vorwaerts kommt. Einmal sind wir mit einem Minibus 500km durch Java gefahren, notabene auf Javas Hauptverkehrsstrasse, was notabene 10 Stunden gedauert hat. Unser Fahrer war non-stop am ueberholen, egal ob gerade Gegenverkehr kam, so dass wir am Abend froh waren noch am Leben zu sein. Aber das faszinierende ist, dass der Verkehr trotz Chaos doch funktioniert. Hier beharrt keiner auf seiner Position sondern weicht aus, so dass beispielsweise der Entgegenkommende trotzdem ueberholen kann.
Im Gegensatz zu Bali (wo die Leute hauptsaechlich Hindus sind) sind hier auf Java (und im Rest von Indonesien) die meisten Leute Muslime. Indonesien ist sogar das Land mit den meisten Muslimen auf der Welt (Indonesien hat immerhin rund 250Mio Einwohner). Fuer uns ist dies die erste Reise in ein inslamisches Land und gewisse Sachen sind denn auch gewoehnungsbeduerftig. So muess man sich beispielsweise daran gewoehnen, dass man morgens um 5 Uhr vom Morgengebet geweckt wird. Dies wiederholt sich dann noch ungefaehr 4 mal am selben Tag. Da jetzt gerade Ramadan ist (waehrenddem Muslime tagsueber weder Essen noch Trinken), sind ausserdem die meisten Restaurants und Essensstaende waehrend dem Tag verdeckt. Man kriegt zwar etwas zu Essen ist aber hinter einem Tuch versteckt. Immerhin darf man hier auf der Strasse etwas Trinken und Jacqueline muss kein Kopftuch tragen.
Obschon die meisten Indonesier moderate Muslime sind nehmen sie es mit dem Ramadan trotzdem ziemlich ernst. Unser Minibus-Fahrer hat uns bei 36 Grad beispielsweise 10h quer durch Java chauffiert ohne zu trinken und zu essen. Waehrend den Tankstops und waehrend unserer Mittagspause hat er gebetet. Hier ist Saemi noch ein fast fataler Irrtum unterlaufen. Auf der ersten Tankstelle musste Saemi einen Piss-Stop einlegen. Im Toilettenbereich konnte man geradeaus aufs WC oder links zur Pissoir-Rinne, oder das war zumindest was Saemi gedacht hatte. Als er bereits 'ausgepackt' auf dem sog. Pissoir stand schaute er sich um und bemerkte, dass das Pissoir in Tat und Wahrheit das Fusswaschbecken fuer die Tankstellen-Moschee war. Zuem Glueck hat er dies rechtzeitig und unerkannt! bemerkt und konnte sich in die WC Kabine verkriechen. Nachher hatten wir festgestellt, dass in auf fast jeder Tankstelle einen Gebetsraum gibt (dafuer kein Tankstellenshop) und da dort sowieso nur Maenner reinduerfen ist er beim gleichen Eingang wie das MaennerWC... Tja, andere Laender, andere Sitten.
Also, nun zu unseren Abenteuern auf Java:
Java (und Indonesien generell) ist beruehmt und beruechtigt fuer seine Vulkane. Unser erster Stop hat in ein kleines Dorf am Fusse des Ijen Vulkans gebracht. Hier kann man im Gaestehaus einer Kaffeeplantage uebernachten. Da diese aber ausgebucht war, konnten wir das Haus des Vizedirektors mieten, was den Vorteil hatte, dass wir auch seine private Thermalquelle nutzen konnten. Am naechsten Morgen ging es vor Sonnenaufgang zu Fuss auf den Ijen Vulkan. Im Krater des Ijen Vulkans befindet sich ein Schwefelsee sowie eine stinkend und dampfende Sulphatablagerung. Die Einheimischen klettern zu dieser Sulphatablegerung runter und Hauen grosse Brocken dieses gelben Gesteins aus dem Boden. Anschliessend tragen sie in Bambuskoerben rund 85kg davon den Krater hoch und den Vulkan runter zur Sammelstation am Fusse des Vulkans (ca. 2 Stunden Wanderung). Diese unglaubliche Koerperleistung ist um so erstaunlicher wenn man bedenkt, dass die Einheimischen bloss etwa 1.55 gross sind und kaum mehr als 50kg wiegen. Wir sind ebenfalls in den Krater runtergeklettert und haben (mit Atemschutz) zugeschaut, wie die Einheimischen in dieser Dampfhoelle arbeiten. Einfach unglaublich.
Unseren naechsten Stop legten wir auf dem Kraterrand des Mount Bromo, ein weiterer Vulkan, ein. Der Bromo Vulkan besteht aus einem aeusseren Krater und einem inneren Krater. Dazwischen gibt es eine staubige Ebene. Der Vulkan im inneren Krater ist immer noch aktiv, wenn auch bloss mit stinkigem Dampf. Wir standen um 3 Uhr auf und fuhren durch den auesseren Krater auf einen Aussichtspunkt wo wir den Sonnenaufgang bestaunten. Anschliessend fuhren wir wieder in den ausseren Krater und kletterten auf den Rand des inneren Kraters von wo aus wir in den dampfenden Krater reinblicken konnten.
Nach drei Tagen auf brodelnden Vulkanen wollten wir unser Vulkan-Glueck nicht mehr weiter strapazieren und fuhren quer durch Java in die Kulturhauptstadt Javas nach Yogjakarta. Hier besichtigten wir zwei rund 1200 Jahre alten Tempelanlagen. Der Borobodur Tempel gleicht einer Pyramide und ist ein Budistischer Tempel. Der Pangeran Tempel gleicht eher einer Ansammlung von Zuckerstoecken und ist ein Hindu Tempel. Wegen seiner Bauart ist der Pangeran Tempel natuerlich viel anfaelliger fuer Erdbeben, was es in Indonesien haeuffig gibt. Einige Begaeude sind bereits wieder restauriert, doch bleiben noch hunderte von Tempelbauten aufzubauen was einem gigantischen dreidimensionalen Puzzle gleichkommt.
Nach Yogjakarta sind wir mit dem Zug via Jakarta nach Bogor weitergereist. Nach den zahlreichen 'Nahtoderlebnissen' waehrend der Busfahrt zahlten wir lieber Fr. 2 mehr fuer das Zugbillet (notabene Exekutiv Klasse, was hoeher ist als 1. Klasse). Der Zug war sehr angenehm, wenn auch weit entfernt von einem schweizerischen 1. Klasse Wagen. So waren Beispielsweise gewisse Scheiben zerbrochen und der on-board Fernseher spielte alle 5 Minuten dieselbe Werbesendung (und wir sassen direkt vor dem Bildschirm).
Jetzt sind wir in Bogor, der Regenhauptstadt in Java; und es regnet. Waehrend dem Tag war es schoen und wir konnten trockenen Hauptes den Botanischen Garten bewundern. Leider ist gerade Winter hier, so dass nicht alle Pflanzen bluehen. So haette es beispielsweise eine Pflanze gehabt, deren Bluete 2.4 Meter hoch und 200kg schwer gewesen waere.
Morgen fahren wir nach Cianjur, wo wir bei einer lokalen Familie wohnen werden. Am 19 August geht es dann bereits weiter nach Kambotscha via Malaysia. Somit werden wir uns das naechste mal aus Kambotscha melden.
In diesem Sinne, alles Gute und bis bald
Liebe Gruesse
Samuel + Jacqueline
Samstag, 14. August 2010
Bali
Selamat datang,
Nachdem wir uns schweren Herzens von Australien verabschiedet hatten sind wir gut in Bali (Indonesien) angekommen. Auf unserer Abschiedsfeier in Sydney hatten wir erfahren, dass unsere frueheren Nachbarn (Micaela und JJ) gleichzeitig Ferien auf Bali machen werden und so haben wir uns fuer drei Naeachte in ihr zwar ziemlich teures aber sehr schoenes Hotel eingebucht. Zusammen haben wir den Strand, die Maerkte und die Restaurants in Kuta erkundigt. Kuta ist fuer Bali das was El Arenal fuer Malorca ist und was die Deutschen fuer El Arenal sind, sind die Australier fuer Kuta... Gluecklicherweise war unser Hotel etwas Abseits vom groessten Getuemmel und wir haben rasch gelernt die Verkaufer-Horden abzuwimmeln. So genossen wir unsere Zeit vor allem am Pool und bei 1.5 stuendiger Massage.
Die Fotos von Bali findet ihr HIER.
Nach drei Tagen hatten wir aber genug vom Rummel in Kuta und sind in die kulturell wichtige Stadt Ubud ins Landesinnere umgezogen. Anfanglich wollten wir uns ein Auto oder Scooter mieten, doch nachdem wir das Verkehrschaos, den Fahrstil und das Fehlen von Wegweisern festgestellt hatten, haben wir uns kurzerhand einen Chauffeur gemietet und sind so heil nach Ubud gekommen.
In Ubdud besuchten wir zwei traditionelle Tanzauffuehrungen wobei beim einen die Taenzer sogar durch gluehende Kohle gingen. Ausserdem trafen wir in Agung Putra ein ausgezeichneten Tourguide welcher uns verschiedene Tempel zeigte und viel zum kulturellen Hintergrund erklaeren konnte. Auf Bali sind rund 80% der Bevoelkerung Hindu, was unuebersehbar ist. Beispielsweise gibt es auf Bali mehr Tempel als Hauser. Zu erst einmal hat jedes Wohnhaus einen eigenen Haustempel. Dann hat jede Gemeinde einen Gemeindetempel und jede Region hat nochmals einen Tempel... Ausserdem stehen an vielen Orten Altare wo mehrmals taeglich kleine Opfergaben hingelegt werden.
Ein kleines Beispiel hinduistischer Kultur erlebten wir in der Familie von Agung Putra. Der aeltere Bruder von Agung Putra ist vor zwei Jahren verstorben. Nach dem Tod wurde er auf dem Friedhof begraben. Um seine Seele in den Haustempel zu bringen, hat Agung Putra, auf welchem nun die Familienpflichten lasten, eine einwoechige Zeremonie abgehalten. Am Abend nach unserer Tour hat er uns in sein Haus eingeladen und wir konnten uns die unglaublich schoenen Dekorationen und vielfaeltigen Opfergaben bestaunen. Seine Frau hatte an diesem Tag bereits fuer 100 Leute gekocht, servierte uns aber trotzdem noch ein super Nachtessen.
Rund um Ubud hat es ausserdem riesige Reisfelder. Das bekannteste liegt in Jatiluwih und ist ein UNESCO Weltnaturerbe. Wir unternamen eine ausgedehnte Wanderung durch diese eindrueckliche Terrassenlandschaft. 10 Quadratmeter Reisfeld ergeben uebrigens in einem Jahr drei Ernten a je 25 kg Reis! Damit kann man ein paar Mauler stopfen.
In Ubud hatten wir zwei Unterkuenfte. Die ersten zwei Naechte schliefen wir in einer Yoga Wohlfuehlanlage. Wir hatten unser eigenes doppelstoeckiges Bungalow und alle Leute waren total Zen (und die Nachbarin lief nackt rum...). Die letzten zwei Naechte buchten wir ein Zimmer bei einer lokalen Familie. Wir wohnten quasi auf dem Dach ihrer Kueche in einem kleinen (Dach)Haus mit Aussicht auf die Stadt.
Fuer die Weiterreise ab Ubud haben wir uns wieder einen Fahrer, Agung Surya (der Cousin von Agung Putra), gemietet. Agung Surya ist eine lokale Bekanntheit. Er faellt auf wegen seinen Tatoos und seiner Koerpergroesse (die Einheimischen sind im Schnitt 1.6m und er war 1.85m). Sein "Showeffekt" wird zusaetzlich erhoeht durch sein Auto, welches er liebevoll "Monster" nennt. Das Monster ist ein hoehergelegter Offroad Opel mit aufgebohrtem Motor, mega Stereoanlage und Karaoke-Bildschirm.... In der Schweiz waere es uns in einem solchen Auto peinlich gewesen, aber auf Bali passte es irgendwie. Und Agung Surya, welcher nach eigenen Angaben bereits Julia Roberts und Mike Jagger chauffiert hatte, wusste das lokale Verkehrschaos zu managen.
Unsere naechste Destination war Munduk, ein kleiner Ort in den Bergen von Bali. Nach einigen Tagen in den Stadten Ubud und Kuta konnten wir hier erstmals wieder den Blick in die Ferne schweiffen lassen und Wanderungen zu Wasserfaellen unternehmen. Dabei trafen wir viele einheimische Kinder fuer welche wir eine kleine Sensation waren. Entsprechend freundlich war die Begruessung.
Nach Munduk uebernachteten wir in Lovina an der Nordkueste von Bali bevor wir uns, immer noch an Bord des Monsters, auf nach Java machten. Doch davon im naechsten Blog...
Viele liebe Gruesse
Jacqueline und Samuel
Nachdem wir uns schweren Herzens von Australien verabschiedet hatten sind wir gut in Bali (Indonesien) angekommen. Auf unserer Abschiedsfeier in Sydney hatten wir erfahren, dass unsere frueheren Nachbarn (Micaela und JJ) gleichzeitig Ferien auf Bali machen werden und so haben wir uns fuer drei Naeachte in ihr zwar ziemlich teures aber sehr schoenes Hotel eingebucht. Zusammen haben wir den Strand, die Maerkte und die Restaurants in Kuta erkundigt. Kuta ist fuer Bali das was El Arenal fuer Malorca ist und was die Deutschen fuer El Arenal sind, sind die Australier fuer Kuta... Gluecklicherweise war unser Hotel etwas Abseits vom groessten Getuemmel und wir haben rasch gelernt die Verkaufer-Horden abzuwimmeln. So genossen wir unsere Zeit vor allem am Pool und bei 1.5 stuendiger Massage.
Die Fotos von Bali findet ihr HIER.
Nach drei Tagen hatten wir aber genug vom Rummel in Kuta und sind in die kulturell wichtige Stadt Ubud ins Landesinnere umgezogen. Anfanglich wollten wir uns ein Auto oder Scooter mieten, doch nachdem wir das Verkehrschaos, den Fahrstil und das Fehlen von Wegweisern festgestellt hatten, haben wir uns kurzerhand einen Chauffeur gemietet und sind so heil nach Ubud gekommen.
In Ubdud besuchten wir zwei traditionelle Tanzauffuehrungen wobei beim einen die Taenzer sogar durch gluehende Kohle gingen. Ausserdem trafen wir in Agung Putra ein ausgezeichneten Tourguide welcher uns verschiedene Tempel zeigte und viel zum kulturellen Hintergrund erklaeren konnte. Auf Bali sind rund 80% der Bevoelkerung Hindu, was unuebersehbar ist. Beispielsweise gibt es auf Bali mehr Tempel als Hauser. Zu erst einmal hat jedes Wohnhaus einen eigenen Haustempel. Dann hat jede Gemeinde einen Gemeindetempel und jede Region hat nochmals einen Tempel... Ausserdem stehen an vielen Orten Altare wo mehrmals taeglich kleine Opfergaben hingelegt werden.
Ein kleines Beispiel hinduistischer Kultur erlebten wir in der Familie von Agung Putra. Der aeltere Bruder von Agung Putra ist vor zwei Jahren verstorben. Nach dem Tod wurde er auf dem Friedhof begraben. Um seine Seele in den Haustempel zu bringen, hat Agung Putra, auf welchem nun die Familienpflichten lasten, eine einwoechige Zeremonie abgehalten. Am Abend nach unserer Tour hat er uns in sein Haus eingeladen und wir konnten uns die unglaublich schoenen Dekorationen und vielfaeltigen Opfergaben bestaunen. Seine Frau hatte an diesem Tag bereits fuer 100 Leute gekocht, servierte uns aber trotzdem noch ein super Nachtessen.
Rund um Ubud hat es ausserdem riesige Reisfelder. Das bekannteste liegt in Jatiluwih und ist ein UNESCO Weltnaturerbe. Wir unternamen eine ausgedehnte Wanderung durch diese eindrueckliche Terrassenlandschaft. 10 Quadratmeter Reisfeld ergeben uebrigens in einem Jahr drei Ernten a je 25 kg Reis! Damit kann man ein paar Mauler stopfen.
In Ubud hatten wir zwei Unterkuenfte. Die ersten zwei Naechte schliefen wir in einer Yoga Wohlfuehlanlage. Wir hatten unser eigenes doppelstoeckiges Bungalow und alle Leute waren total Zen (und die Nachbarin lief nackt rum...). Die letzten zwei Naechte buchten wir ein Zimmer bei einer lokalen Familie. Wir wohnten quasi auf dem Dach ihrer Kueche in einem kleinen (Dach)Haus mit Aussicht auf die Stadt.
Fuer die Weiterreise ab Ubud haben wir uns wieder einen Fahrer, Agung Surya (der Cousin von Agung Putra), gemietet. Agung Surya ist eine lokale Bekanntheit. Er faellt auf wegen seinen Tatoos und seiner Koerpergroesse (die Einheimischen sind im Schnitt 1.6m und er war 1.85m). Sein "Showeffekt" wird zusaetzlich erhoeht durch sein Auto, welches er liebevoll "Monster" nennt. Das Monster ist ein hoehergelegter Offroad Opel mit aufgebohrtem Motor, mega Stereoanlage und Karaoke-Bildschirm.... In der Schweiz waere es uns in einem solchen Auto peinlich gewesen, aber auf Bali passte es irgendwie. Und Agung Surya, welcher nach eigenen Angaben bereits Julia Roberts und Mike Jagger chauffiert hatte, wusste das lokale Verkehrschaos zu managen.
Unsere naechste Destination war Munduk, ein kleiner Ort in den Bergen von Bali. Nach einigen Tagen in den Stadten Ubud und Kuta konnten wir hier erstmals wieder den Blick in die Ferne schweiffen lassen und Wanderungen zu Wasserfaellen unternehmen. Dabei trafen wir viele einheimische Kinder fuer welche wir eine kleine Sensation waren. Entsprechend freundlich war die Begruessung.
Nach Munduk uebernachteten wir in Lovina an der Nordkueste von Bali bevor wir uns, immer noch an Bord des Monsters, auf nach Java machten. Doch davon im naechsten Blog...
Viele liebe Gruesse
Jacqueline und Samuel
Kakadu National Park
G'day,
Unser Abstecher an das noerdliche Ende von Australien, genauer in den Kakadu National Park, liegt zwar schon eine Zeit zurueck doch die tollen Erinnerungen sind immer noch lebhaft genug, um einen separaten Blog zu fuellen:
Die Fotos zum Kakadu National Park findet ihr HIER.
Der Kakadu National Park bedeckt ca. eine Flaeche halb so gross wie die Schweiz und grenzt im Osten an ein noch groesseres Aboriginie Reservat. Auf dem Weg in den Park haben wir einen Zwischenhalt bei der "Jumping Crocodile Tour" gemacht. Die Gewaesser im Norden von Australien sind beruechtigt fuer die vielen Krokodile und einige unvorsichtige Touristen sind bereits Krok-Futter geworden. Im Kakadu National Park gibt es kleinere (ca. 2-3m) Suesswasserkrokodile und riesige (ca. 4-6m) Salzwasserkrokodile (welche aber am liebstem im Suesswasser wohnen...). In einer kleinen Nussschale sind wir auf den Mary River hinausgefahren und haben bereits nach wenigen Minuten unser erstes "Salty" entdeckt. Der Guide unseres Boots hat ein Stueck Fleisch an einer Rute befestigt und damit das Krokodil dazu gebracht, wie eine Kerze aus dem Wasser zu springen. Ein absolut eindruecklicher Anblick, besonders wenn man unten in einer Nussschale sitzt und hofft, dass das Krokodil nicht auf dem Boot landet...
Der Kakadu National Park ist aber nicht bloss wegen den Krokodilen beruehmt, sondern insbesondere wegen den Aboriginie Felsmalereien und den Wetplains, riesige Flaechen welche in der Regenzeit ueberflutet werden. Die Felsmalereien waren dann auch wirklich beeindruckend und halfen uns, nach einem Jahr in Australien endlich die Aboriginie Kultur (etwas) zu verstehen. Im Gegensatz zu unserer Kultur haben die Aboriginie nie den Schritt zur Agrikultur gemacht sondern sind Jaeger und Sammler geblieben. Deshalb leben sie auch viel mehr im hier und jetzt als wir. Ihre Malereien dienen zu Bildungszwecken und erklaeren welche Tiere man wie jagt und welche Teile geniessbar sind.
Ausserdem haben die Aboriginie ein ausgekluegeltes Familiensystem: Es gibt zwei Nachnamen und acht Vornamen (je vier fuer Frauen und vier fuer Maenner). Dadurch haben zwar viele Leute den selben Namen, aber dies definiert auch die familiaeren Verhaeltnisse. So sind zum Beispiel alle Frauen mit demselben Namen wie die leibliche Mutter die familiaere Mutter und muessen fuer einen sorgen. Und nach der vierten Generation fangen die Namen wieder vorne an, so dass die Urgrossmutter die Tochter ihres Urgrosskindes ist und dieses somit fuer die Urgrossmutter sorgen muss. Dies macht um so mehr Sinn wenn man bedenkt, dass die Aboriginie frueher viel aelter geworden sind als wir (u.a. weil sie zur Heirat mind. vier Verwandtschaftsstufen entfernt sein muessen) und frueh Kinder hatten.
Eine Nacht haben wir in einem kleinen "Roadhouse" verbracht wo all die Lastwagenfahrer (Truckies) uebernachten. Die Unterkunft bestand dabei aus einem einigermassen isolierten Hochseecontainer welcher in 5 Abschnitte ("Zimmer") unterteilt worden ist. Beim Abendbier vor dem Container sind wir mit zwei Truckies ueber die 'guten alten Zeiten' ins Gespraech gekommen. Dabei haben wir erfahren, dass bis vor ein paar Jahren Truckies in Australien Distanzen nicht in km angegeben hatten, sondern in Sixpacks (ein 6er Pack Bier). 100km entsprachen in etwa einem Sixpack. Die Trinkerei unter den Lastwagenfahrer sei anscheinen so gross gewesen, dass die leeren Bierflaschen am Strassenrand die Regierung vom Staat South Australia dazu veranlasst hatte, alle zig Kilometer Fussballtore aufzustellen in welche die Truckies waehrend voller Fahrt die leeren Bierflaschen werfen konnten.... Ob das wirklich stimmt konnten wir (zum Glueck) nicht verifizieren. Vielleicht sollte man noch erwaehnen, dass es in Australien sog. Road Trains gibt: Lastwagen mit bis zu vier Anhaengern (vgl. Foto) und ueber 100 Tonnen Gewicht.
Das Highlight unserer Kakadu National Park Ferien war jedoch eine Aboriginie Tour. Zwei Aboriginie Frauen und ein Australischer Fahrer fuehrten uns tief ins Outback. Das Konzept der Tour bestand darin, dass wir uns unser Nachtessen im Busch zusammensammeln und dann gemeinsam am Lagerfeuer verspiesen. Zum ersten "Gang" gab es Seerosenstengel und Seerosenwurzel aus dem lokalen Tuempel (Bilabong). In einem ausgetrockneten Flussbett suchten wir anschliessend nach Muscheln. Als naechster Gang gab es kartoffelmaessige Wurzeln eines vertrockneten Grasses sowie gruene Ameisen. Die Ameisen waren ziemlich lecker. Sie schmeckten nach Zitronen und sollen angeblich gut gegen Kopfschmerzen sein. Weiter ging es in einen trockenen Sumpf wo wir in muehsamster Arbeit Wasserkastanien (die Wurzeln des lokalen Grases) aus dem Boden ausgruben. Eine Wasserkastanie hat etwa die Groesse einer Erbse und kann gekocht gegessen werden. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir an ein grosses Wetplain auf welchem tausende Gaense im Wasser nach Wasserkastanien suchten. Die Aboriginies hatten am Morgen zuvor zwei der Gaense geschossen und einen grossen Baramundi Fisch gefangen. Nachdem wir die Gaense gerupft hatten, wurden sie ausgenommen. Das frustrierende dabei war, dass die zwei Gaense in ihrem Hals mehr Wasserkastanien hatten, als wir in muehsamer Arbeit gesammelt hatten....
Das ganze Essen legten wurde dann auf heisse Steine in eine Grube gelegt, mit Baumrinde abgedeckt und dann mit Erde zugeschuettet. Zudem gab es noch Buschbrot: Man werfe ein Mocken Teig in die Glut, bedecke alles mit Asche und warte 30 Minuten. Anschliessend etwa 'putzen' und fertig ist das Buschbrot. Das ganze Essen war sagenhaft lecker und ein Erlebnis der Sonderklasse. Auf der Rueckfahrt vom Nachtessen haben wir noch ein paar ziemlich grosse Schlangen angetroffen welche gluecklicherweise mehr Angst von uns hatten als wir von ihnen. A propos Schlangen sei noch zu erwaehnen, dass Jacqueline am Tag zuvor Saemi waehrend einer Wanderung heldenhaft von einer Schlange 'gerettet' hatte, welche ploetzlich ueber den Weg kroch. Jetzt sind wir quitt (vgl. Blog zu Canberra).
Am naechsten Tag fuhren wir zurueck nach Darwin wo wir uns von Australien verabschieden mussten. Die Freude auf Bali war zum Glueck Trost genug.
Im naechsten Blog berichten wir ueber unsere Zeit auf Bali.
Viele liebe Gruesse
Jacqueline und Samuel
Unser Abstecher an das noerdliche Ende von Australien, genauer in den Kakadu National Park, liegt zwar schon eine Zeit zurueck doch die tollen Erinnerungen sind immer noch lebhaft genug, um einen separaten Blog zu fuellen:
Die Fotos zum Kakadu National Park findet ihr HIER.
Der Kakadu National Park bedeckt ca. eine Flaeche halb so gross wie die Schweiz und grenzt im Osten an ein noch groesseres Aboriginie Reservat. Auf dem Weg in den Park haben wir einen Zwischenhalt bei der "Jumping Crocodile Tour" gemacht. Die Gewaesser im Norden von Australien sind beruechtigt fuer die vielen Krokodile und einige unvorsichtige Touristen sind bereits Krok-Futter geworden. Im Kakadu National Park gibt es kleinere (ca. 2-3m) Suesswasserkrokodile und riesige (ca. 4-6m) Salzwasserkrokodile (welche aber am liebstem im Suesswasser wohnen...). In einer kleinen Nussschale sind wir auf den Mary River hinausgefahren und haben bereits nach wenigen Minuten unser erstes "Salty" entdeckt. Der Guide unseres Boots hat ein Stueck Fleisch an einer Rute befestigt und damit das Krokodil dazu gebracht, wie eine Kerze aus dem Wasser zu springen. Ein absolut eindruecklicher Anblick, besonders wenn man unten in einer Nussschale sitzt und hofft, dass das Krokodil nicht auf dem Boot landet...
Der Kakadu National Park ist aber nicht bloss wegen den Krokodilen beruehmt, sondern insbesondere wegen den Aboriginie Felsmalereien und den Wetplains, riesige Flaechen welche in der Regenzeit ueberflutet werden. Die Felsmalereien waren dann auch wirklich beeindruckend und halfen uns, nach einem Jahr in Australien endlich die Aboriginie Kultur (etwas) zu verstehen. Im Gegensatz zu unserer Kultur haben die Aboriginie nie den Schritt zur Agrikultur gemacht sondern sind Jaeger und Sammler geblieben. Deshalb leben sie auch viel mehr im hier und jetzt als wir. Ihre Malereien dienen zu Bildungszwecken und erklaeren welche Tiere man wie jagt und welche Teile geniessbar sind.
Ausserdem haben die Aboriginie ein ausgekluegeltes Familiensystem: Es gibt zwei Nachnamen und acht Vornamen (je vier fuer Frauen und vier fuer Maenner). Dadurch haben zwar viele Leute den selben Namen, aber dies definiert auch die familiaeren Verhaeltnisse. So sind zum Beispiel alle Frauen mit demselben Namen wie die leibliche Mutter die familiaere Mutter und muessen fuer einen sorgen. Und nach der vierten Generation fangen die Namen wieder vorne an, so dass die Urgrossmutter die Tochter ihres Urgrosskindes ist und dieses somit fuer die Urgrossmutter sorgen muss. Dies macht um so mehr Sinn wenn man bedenkt, dass die Aboriginie frueher viel aelter geworden sind als wir (u.a. weil sie zur Heirat mind. vier Verwandtschaftsstufen entfernt sein muessen) und frueh Kinder hatten.
Eine Nacht haben wir in einem kleinen "Roadhouse" verbracht wo all die Lastwagenfahrer (Truckies) uebernachten. Die Unterkunft bestand dabei aus einem einigermassen isolierten Hochseecontainer welcher in 5 Abschnitte ("Zimmer") unterteilt worden ist. Beim Abendbier vor dem Container sind wir mit zwei Truckies ueber die 'guten alten Zeiten' ins Gespraech gekommen. Dabei haben wir erfahren, dass bis vor ein paar Jahren Truckies in Australien Distanzen nicht in km angegeben hatten, sondern in Sixpacks (ein 6er Pack Bier). 100km entsprachen in etwa einem Sixpack. Die Trinkerei unter den Lastwagenfahrer sei anscheinen so gross gewesen, dass die leeren Bierflaschen am Strassenrand die Regierung vom Staat South Australia dazu veranlasst hatte, alle zig Kilometer Fussballtore aufzustellen in welche die Truckies waehrend voller Fahrt die leeren Bierflaschen werfen konnten.... Ob das wirklich stimmt konnten wir (zum Glueck) nicht verifizieren. Vielleicht sollte man noch erwaehnen, dass es in Australien sog. Road Trains gibt: Lastwagen mit bis zu vier Anhaengern (vgl. Foto) und ueber 100 Tonnen Gewicht.
Das Highlight unserer Kakadu National Park Ferien war jedoch eine Aboriginie Tour. Zwei Aboriginie Frauen und ein Australischer Fahrer fuehrten uns tief ins Outback. Das Konzept der Tour bestand darin, dass wir uns unser Nachtessen im Busch zusammensammeln und dann gemeinsam am Lagerfeuer verspiesen. Zum ersten "Gang" gab es Seerosenstengel und Seerosenwurzel aus dem lokalen Tuempel (Bilabong). In einem ausgetrockneten Flussbett suchten wir anschliessend nach Muscheln. Als naechster Gang gab es kartoffelmaessige Wurzeln eines vertrockneten Grasses sowie gruene Ameisen. Die Ameisen waren ziemlich lecker. Sie schmeckten nach Zitronen und sollen angeblich gut gegen Kopfschmerzen sein. Weiter ging es in einen trockenen Sumpf wo wir in muehsamster Arbeit Wasserkastanien (die Wurzeln des lokalen Grases) aus dem Boden ausgruben. Eine Wasserkastanie hat etwa die Groesse einer Erbse und kann gekocht gegessen werden. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir an ein grosses Wetplain auf welchem tausende Gaense im Wasser nach Wasserkastanien suchten. Die Aboriginies hatten am Morgen zuvor zwei der Gaense geschossen und einen grossen Baramundi Fisch gefangen. Nachdem wir die Gaense gerupft hatten, wurden sie ausgenommen. Das frustrierende dabei war, dass die zwei Gaense in ihrem Hals mehr Wasserkastanien hatten, als wir in muehsamer Arbeit gesammelt hatten....
Das ganze Essen legten wurde dann auf heisse Steine in eine Grube gelegt, mit Baumrinde abgedeckt und dann mit Erde zugeschuettet. Zudem gab es noch Buschbrot: Man werfe ein Mocken Teig in die Glut, bedecke alles mit Asche und warte 30 Minuten. Anschliessend etwa 'putzen' und fertig ist das Buschbrot. Das ganze Essen war sagenhaft lecker und ein Erlebnis der Sonderklasse. Auf der Rueckfahrt vom Nachtessen haben wir noch ein paar ziemlich grosse Schlangen angetroffen welche gluecklicherweise mehr Angst von uns hatten als wir von ihnen. A propos Schlangen sei noch zu erwaehnen, dass Jacqueline am Tag zuvor Saemi waehrend einer Wanderung heldenhaft von einer Schlange 'gerettet' hatte, welche ploetzlich ueber den Weg kroch. Jetzt sind wir quitt (vgl. Blog zu Canberra).
Am naechsten Tag fuhren wir zurueck nach Darwin wo wir uns von Australien verabschieden mussten. Die Freude auf Bali war zum Glueck Trost genug.
Im naechsten Blog berichten wir ueber unsere Zeit auf Bali.
Viele liebe Gruesse
Jacqueline und Samuel
Freitag, 30. Juli 2010
Cairns und Umgebung
G'day,
Nach dem Segeltoern in den Whitsunday Islands sind wir Richtung Norden weitergefahren und haben zwei Naechte in Mission Beach verbracht. Mission Beach ist ein lustiger Ort. Sehr alternativ und mit vielen Hippies die mit viel Liebe angepflanztes Gemuese verkaufen.
Die Fotos dazu findet ihr HIER.
Mission Beach ist aber auch einer der letzten Orte in Australien, wo man den fast ausgestorbenen Cassowary Vogel findet. Der Cassowary sieht wie ein Vogelstrauss aus und lebt im Regenwald. Kuerzlich hat man rausgefunden, dass der Cassowary wichtig fuer die Entstehung und den Erhalt des Regenwaldes ist, indem er die Beeren und Samen von vielen Baumen isst und dann mit seinem Kot an anderen Orten wieder "pflanzt". Diese Erkenntnis hat dazu beigetragen, dass nun viele Freiwillige in Mission Beach Cassowary-Kot von Hand einsammeln und in muehsamer Kleinarbeit daraus Regenwaldpflanzen ziehen. Diese pflanzen sie dann spaeter an Orten ein, wo der Regenwald abgeholzt worden ist.
Wir wohnten in Mission Beach in einem kleinen zeltaehnlichen Huettli im Regenwald. Genauer handelte es sich um ein Cassowary Reservat. So kam es vor, dass wir einmal am Abend laengere Zeit warten mussten um in unsere Huette zu laufen, da gerade ein Cassowary davor ein paar Koerner pickte und von uns ueberhaupt keine Angst hatte. Eher umgekehrt hatten wir Angst vor diesem 2 Meter hohen Huhn mit scharfen Krallen....
Unsere Huette war uebrigens auch ein Abenteuer fuer sich. Am ersten Abend hatten wir eine graue Hundsman Spinne in der einen Ecke. Diese Spinne ist etwa handgross und jagt andere Spinnen und Insekten. Nach dem ersten Schock sind wir dann trotztdem eingeschlafen, da wir uns gesagten, dass wir somit wenigstens nur eine Spinne im Zimmer haben. Waehrend der zweiten Nacht musste Seami mal fuer kleine Jungs raus aus der Huette (in der Huette hatte es nur ein Bett, sonst nichts). Dabei ist er im Dunkeln in ein ziemlich grosses Spinnennetz gelaufen hat sich dabei aber nichts gedacht, denn dies waren wir uns inzwischen von unseren Dschungelwanderungen gewoehnt. Am naechsten Morgen war die Ueberraschung dann aber um so groesser als wir feststellten, dass neben unserer Huette eine mindestens handgrosse Orb-Spinne in einem halben Netz sass. Etwas speater an diesem Tag haben wir in einem Zeitungsbericht gelesen dass Orbspinnen Voegel in ihren Netzen fangen und dann aussaugen... Da hat Saemi wohl nochmals Glueck gehabt (vgl. Foto).
Weiter machten wir einen Abstecher ins Landesinnere, wo der spanischer Auswanderer Jose Paronella in Mena Creek seiner Verlobten einen riesen Palast gebaut hat. Joses Eltern hatten zu Hause eine Heirat arrangiert. Kurz darauf in den 20er Jahren ist Jose nach Australien ausgewandert und hat hier waehrend 13 Jahren ein kleines Vermoegen dank harter Arbeit erwirtschaftet. Damit ist er nach Spanien zurueckgekehrt, um seine Verlobte zu heiraten. Da sich Jose jedoch in den 13 Jahren nie in Spanien gemeldet hatte, hatten alle geglaubt, er sei gestorben und seine Verlobte hat jemand anderes geheiratet. Das war fuer Jose aber kein Problem, er hat kurzerhand die juengere Schwester seiner (ehemaligen) Verlobten geheiratet. Zusammen sind sie nach Australien gereist und um sie zu beeindrucken hat er aus einfachen Mitteln und mit eigenen Haenden einen kleinen Palast gebaut (vgl. Fotos). Das Ganze ist inzwischen vom Dschungel ziemlich ueberwachsen aber die Umrisse sind weiterhin gut erkennbar.
Im Norden von Australien ist im Juli eigentlich Trockenzeit. Leider hat diese Regel nicht ganz gestummen. Leider hatten wir die naechsten Tage regelmaessig Regen, so dass wir statt Tauchen am Great Barrier Reef zum Cape Tribulation hochfuhren. Dort machten wir einige Dschungelwanderungen und bestaunten die Vegetation. Zurueck in Cairns nutzten wir das Regenwetter fuer Administratives. Nach drei Tagen in Cairns fogen wir weiter nach Darwin.
Fuer den Bericht ueber Darwin und den Kakadu National Park reicht die Zeit heute leider nicht mehr. Die Fotos haben wir jedoch bereits hochgeladen. Ihr findet sie HIER.
Weitere Berichte hierzu folgen so bald wie moeglich.
Wir muessen jetzt fuer unseren Flug nach Bali einchecken gehen.
Bis bald in Indonesien.
Viele liebe Gruesse
Jacqueline & Samuel
Nach dem Segeltoern in den Whitsunday Islands sind wir Richtung Norden weitergefahren und haben zwei Naechte in Mission Beach verbracht. Mission Beach ist ein lustiger Ort. Sehr alternativ und mit vielen Hippies die mit viel Liebe angepflanztes Gemuese verkaufen.
Die Fotos dazu findet ihr HIER.
Mission Beach ist aber auch einer der letzten Orte in Australien, wo man den fast ausgestorbenen Cassowary Vogel findet. Der Cassowary sieht wie ein Vogelstrauss aus und lebt im Regenwald. Kuerzlich hat man rausgefunden, dass der Cassowary wichtig fuer die Entstehung und den Erhalt des Regenwaldes ist, indem er die Beeren und Samen von vielen Baumen isst und dann mit seinem Kot an anderen Orten wieder "pflanzt". Diese Erkenntnis hat dazu beigetragen, dass nun viele Freiwillige in Mission Beach Cassowary-Kot von Hand einsammeln und in muehsamer Kleinarbeit daraus Regenwaldpflanzen ziehen. Diese pflanzen sie dann spaeter an Orten ein, wo der Regenwald abgeholzt worden ist.
Wir wohnten in Mission Beach in einem kleinen zeltaehnlichen Huettli im Regenwald. Genauer handelte es sich um ein Cassowary Reservat. So kam es vor, dass wir einmal am Abend laengere Zeit warten mussten um in unsere Huette zu laufen, da gerade ein Cassowary davor ein paar Koerner pickte und von uns ueberhaupt keine Angst hatte. Eher umgekehrt hatten wir Angst vor diesem 2 Meter hohen Huhn mit scharfen Krallen....
Unsere Huette war uebrigens auch ein Abenteuer fuer sich. Am ersten Abend hatten wir eine graue Hundsman Spinne in der einen Ecke. Diese Spinne ist etwa handgross und jagt andere Spinnen und Insekten. Nach dem ersten Schock sind wir dann trotztdem eingeschlafen, da wir uns gesagten, dass wir somit wenigstens nur eine Spinne im Zimmer haben. Waehrend der zweiten Nacht musste Seami mal fuer kleine Jungs raus aus der Huette (in der Huette hatte es nur ein Bett, sonst nichts). Dabei ist er im Dunkeln in ein ziemlich grosses Spinnennetz gelaufen hat sich dabei aber nichts gedacht, denn dies waren wir uns inzwischen von unseren Dschungelwanderungen gewoehnt. Am naechsten Morgen war die Ueberraschung dann aber um so groesser als wir feststellten, dass neben unserer Huette eine mindestens handgrosse Orb-Spinne in einem halben Netz sass. Etwas speater an diesem Tag haben wir in einem Zeitungsbericht gelesen dass Orbspinnen Voegel in ihren Netzen fangen und dann aussaugen... Da hat Saemi wohl nochmals Glueck gehabt (vgl. Foto).
Weiter machten wir einen Abstecher ins Landesinnere, wo der spanischer Auswanderer Jose Paronella in Mena Creek seiner Verlobten einen riesen Palast gebaut hat. Joses Eltern hatten zu Hause eine Heirat arrangiert. Kurz darauf in den 20er Jahren ist Jose nach Australien ausgewandert und hat hier waehrend 13 Jahren ein kleines Vermoegen dank harter Arbeit erwirtschaftet. Damit ist er nach Spanien zurueckgekehrt, um seine Verlobte zu heiraten. Da sich Jose jedoch in den 13 Jahren nie in Spanien gemeldet hatte, hatten alle geglaubt, er sei gestorben und seine Verlobte hat jemand anderes geheiratet. Das war fuer Jose aber kein Problem, er hat kurzerhand die juengere Schwester seiner (ehemaligen) Verlobten geheiratet. Zusammen sind sie nach Australien gereist und um sie zu beeindrucken hat er aus einfachen Mitteln und mit eigenen Haenden einen kleinen Palast gebaut (vgl. Fotos). Das Ganze ist inzwischen vom Dschungel ziemlich ueberwachsen aber die Umrisse sind weiterhin gut erkennbar.
Im Norden von Australien ist im Juli eigentlich Trockenzeit. Leider hat diese Regel nicht ganz gestummen. Leider hatten wir die naechsten Tage regelmaessig Regen, so dass wir statt Tauchen am Great Barrier Reef zum Cape Tribulation hochfuhren. Dort machten wir einige Dschungelwanderungen und bestaunten die Vegetation. Zurueck in Cairns nutzten wir das Regenwetter fuer Administratives. Nach drei Tagen in Cairns fogen wir weiter nach Darwin.
Fuer den Bericht ueber Darwin und den Kakadu National Park reicht die Zeit heute leider nicht mehr. Die Fotos haben wir jedoch bereits hochgeladen. Ihr findet sie HIER.
Weitere Berichte hierzu folgen so bald wie moeglich.
Wir muessen jetzt fuer unseren Flug nach Bali einchecken gehen.
Bis bald in Indonesien.
Viele liebe Gruesse
Jacqueline & Samuel
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