Sali Zaeme
Die Fotos zu Vietnam findet ihr HIER.
Von Kambodscha sind wir via Kuala Lumpur nach Hanoi, die Hauptstadt von Vietnam, geflogen. Da wir in Kuala Lumpur fuer den Flug um 3h30 aufstehen mussten, waren wir in Hanoi entsprechend muede. Gluecklicherweise durften wir in unserem Reisebuero in einem Hinterzimmer ein paar Stunden schlafen. Ausgeschlafen und gefuettert starteten wir unsere Besichtigung der Altstadt von Hanoi, was nicht ganz einfach war. Die Altstadt hat relativ enge Strassen welche vollkommen ueberfuellt sind mit Mopeds, Autos und Strassenhaendler. Um die Strassen zu ueberqueeren braucht man eine spezielle Technik: moeglichst langsam und gleichmaessig gehen. Dabei kann man ruhig die Augen schliessen, denn das Schicksal liegt sowieso in fremden Haenden. Wenn man diese Regeln beachtet hat man die groessten (Ueberlebens-)Chance heil ueber die Strasse zu kommen. Der Verkehr ist wie ein Fluss, der einfach um das neue Hinderniss (Fussgaenger) fliesst.
Am Abend haben wir dann den Nachtzug Richtung Norden von Vietnam bestiegen. Unser Abteil war ein sog. 'soft sleeper' Abteil, in welchem die Pritschen sogar Matratzen drauf hatten. Nach 8 Stunden Fahrt waren wir (nur) 350km weiter an der Chinesischen Grenze. Dort trennt ein grosser Fluss Vietnam von China. Von Vietnam fuhren laufend leere Velos nach China und kamen kurz darauf vollbepackt mit Waschmaschinen und Fernseher zurueck... Made in China... Von der Grenze fuhren wir mit einem Bus eine Stunde den Berg hinauf nach Sapa. Sapa ist ein Dorf eines Bergvolkes von Vietnam, welches eine eigene Sprache spricht als die uebrigen Vietnamesen. Die Einheimischen sind ueberraschend klein. Unsere Bergfuehrerin war beispielsweise deutlich unter 1.40m gross, dafuer umso flinker beim Wandern. Mit unserer Bergfuehrerin haben wir eine eintaegige Wanderung durch Reisfelder und entlegene Doerfer unternommen.
Am folgenden Tag sind wir dann per Bus nach Bac Ha, ein weiteres entlegenes Bergdorf, gefahren. In Bac Ha fand an diesem Tag gerade der woechentliche Markt statt. Die Einheimischen kamen in ihren traditionellen Trachten und boten die unglaublichsten Waren an. Voegel am Spiess, halbe Schweine auf dem Moped, Kapfhaehne, Welpen (fuer den Suppentopf) und viel Unidentifizierbares. Ein tolles Erlebnis.
Anschliessend sind wir wieder mit dem Nachtzug nach Hanoi zurueckgefahren. Als wir morgens um 5h in Hanoi angekommen sind, war die Stadt noch absolut ruhig. Wir haben uns hingesetzt und bei einem Vietnamese Coffee zugeschaut, wie langsam die Stadt erwacht. Um ca. 5h30 wird ueber Lautsprecher Musik gespielt und kommunistische Parolen verbreitet. Vietnam (und Kambodscha) ist (immer noch) ein kommunistisches Land. Dann stehen die Leute auf, machen Gymnastik am Strassenrand, kaufen Gemuesse bei den fliegenden Haendlern und halten den ersten Schwatz mit den Nachbarn. Anschliessend kommen die ersten Mopeds und um ca. 7h ist bereits wieder Ramba Zamba. Fertig mit der Ruhe fuer den Rest des Tages.
An dieser Stelle noch ein paar Bemerkungen zur Hygiene in Vietnam, insbesondere betreffend das Essen. Nach Indonesien, Kambodscha und Vanuatu haben uns die hygienischen Verhaeltnisse in Vietnam trotz allem noch schockieren koennen. Es scheint, als ob niemand einen Kuehlschank hat, insbesondere nicht fuer Fleisch. Fleisch wird meist waehrend dem Tag offen auf der Strasse zum Verkauf angeboten, wenn man Glueck hat auf einem Plastik. Als wir mal Fruehmorgens durch die Strassen von Hanoi zogen waren gerade ein paar Leute dabei, eine Kuh auf der blossen Strasse zu zerlegen. Tja, andere Laender, andere Sitten. Wir haben hauptsaechlich vegetarisch gegessen, was sehr lecker war und auch unseren Maegen gut getan hat.
Die letzten paar Tage in Vietnam verbrachten wir auf einer Kreuzfahrt durch die Halong Bay im Nordosten von Vietnam. Die Halong Bay ist eine ca. 100km2 grosse Bucht, welche von ca 1'000 kleinen Inseln uebersaeht ist. Mit einem alten chinesischen Schiff (Dschunke) sind wir ziemlich nobel mit tollen Leuten durch diese wunderschoene Insellandschaft getuckert und gepaddelt (per Kanu). Das Essen kam direkt aus dem Meer (nicht aus den Strassen von Hanoi) und war ausgezeichnet. Inzwischen sind wir schon halbe Seebaeren. So viel auf See wie in den letzten 15 Monaten waren wir zuvor im ganzen Leben noch nicht.
Inzwischen sind wir in Malaysia angekommen und machen uns nun langsam Suedwaerts in Richtung Singapore. Doch davon im naechsten Blog.
Viele liebe Gruesse
Samuel und Jacqueline
Mittwoch, 8. September 2010
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