Freitag, 30. Oktober 2009

Liebe Daheimgebliebene,

Die letzten vier Monate waren die schnellsten vier Monate unseres Lebens. Erst jetzt wo wir die Gedanken für diesen Blog zusammengetragen haben, bemerken wir, was wir eigentlich alles in dieser Zeit gemacht haben. Uns ist die Zeit überhaupt nicht lange vorgekommen. Aber euch vielleicht schon und wir entschuldigen uns, wenn ihr auf Nachrichten von uns gewartet habt. Nun, zumindest ist der nachfolgende Text nicht nur eine kurze Postkarte, sondern ein halbes Buch (welches sich vielleicht ausgedruckt am besten liest).

Tja, wo sollen mit dem Erzählen beginnen? Wir haben so viel erlebt. Vielleicht fangen wir einfach chronologisch beim Abflug an:

Am Flughafen Zürich hat uns ein kleines Komitee verabschiedet. Nochmals vielen Dank für diese schöne Geste. Anschliessend sind wir mit Emirates via Dubai nach Sydney geflogen. Da wir um 22h in Zürich abgeflogen sind, kamen wir um 6h Ortszeit in Dubai an. Wir mussten auf dem Flugzeug-Parkplatz aus- und in einen Bus umsteigen. Trotz der frühen Morgenstunde war es bereits über 30 Grad heiss und die Luftfeuchtigkeit war mindestens 100% (so hat es sich angefühlt). Als wir dann im Terminal ankamen waren wir ziemlich erschöpft und mussten drei Stunden Wartezeit um die Ohren schlagen. Obschon viele Leute in der Schweiz den Flughafen in Dubai gelobt haben, ist er uns eher wie ein überlaufener dekadenter Bazar vorgekommen (sogar um 6h am Morgen). Glücklicherweise konnten wir in einer ruhigen Ecke zwei Liegen ergattern und ein Pfüsi machen.

Dann ging es mit dem neuen Airbus A380 (der doppelstöckige) weiter nach Sydney. Obschon wir unten sassen (oben sitzen nur first und business class Passagiere….) hatten wir mehr Platz als im einstöckigen Airbus zuvor. Der Flieger ist wirklich gelungen und die Reise war sehr angenehm. Jacqueline konnte sogar das erste Mal (im Leben) in einem Flugzeug schlafen. Nichts desto trotz hat sie es auf etwa 10 Filme gebracht.


Nach 14 Stunden Flug und etwas Zeitverschiebung kamen wir wiederum um 6h am Morgen (einfach einen Tag später) in Sydney an. Im Gegensatz zu Dubai war der Anblick von Sydney bei Sonnenaufgang das reinste Paradies. Trotz Winter war es angenehme 16 Grad und sonnig. Nachdem wir lange auf unser Gepäck warten mussten (ein A380 mit ca. 700 Passgieren entlädt haufenweise Gepäck und wir hatten je zwei Koffer und je ein Velo dabei) begann das Einreise-/Zoll-Abenteuer. Da sich der australische Kontinent vor zig-tausend Jahren vom „Festland“ losgelöst hat, hat sich hier eine einzigartige Pflanzen und Tierwelt gebildet. Die ersten Seefahrer haben viele fremde Pflanzen- und Tiere (z.B. Kamele und Hasen) eingeschleppt, welche hier das ganze Ökosystem durcheinander gebracht haben. Entsprechend scharf ist heute die Einreisekontrolle. Beim ersten Posten wurde unser gesamter Medi-Vorrat geprüft, beim zweiten Posten unser Essensvorrat (hauptsächlich Aromat und Ovi-Schoggi) und beim dritten Posten dann noch die Velos. Sämi hatte dabei Bedenken, dass die Velos aus Mehrwertsteuergründen geprüft werden (auf eingeführten Neuwaren wird 10% MwSt erhoben), doch den Zöllnern ging es nur darum zu prüfen, dass kein Dreck an den Rädern eingeführt wird welcher dann das hiesige Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Inzwischen haben wir erfahren, dass es ziemlich heftige Strafen nach sich zieht, wenn man nicht alles „gefährliche“ deklariert (z.B. Turnschuhe mit Dreck an den Sohlen, Esswaren, etc). Als Abschreckung gibt’s $250 Busse „on the Spot“ [$1 = ca. Fr. 1] plus eine nachträgliche Busse von $60'000 oder 10 Jahre Gefängnis (je nachdem wie schmutzig die Turnschuhe sind…). Also, wer uns jemals Besuchen kommt, unbedingt Schuhe vorher putzen und Deklarationsformular vollständig ausfüllen!!! Es gibt hier sogar ein Reality-Doku Fernsehprogramm, welches nichts anderes als böse Esswaren-, Dreck-, Tiere- und Drogenschmuggler am Flughafen zeigt. Nach etwa 30 Minuten hatten wir diese Prozedur überstanden und durften Einreisen.

Um zur gemieteten Ferienwohnung zu kommen, brauchten wir ein grosses Taxi. Dafür muss man sich am Flughafen in eine ca. 100 Meter lange Warteschlange anstellen. Am Kopf der Warteschlange hat es dann eine „Taxi-Managerin“, welche einem ein geeignetes Taxi zuweist. Ziemlich amüsante Sache.


Die erste Fahrt durch die Stadt führte uns bereits über die berühmte Harbour Bridge zu unserer kleinen Ferienwohnung. Die Aussicht aus unserer Ferienwohnung war absolut sensationell und hat unsere Müdigkeit weggeblasen. Die Fotos des Vermieters findet ihr hier. Schon bald ging es auf Erkundungstour mit der Fähre unter der Harbour Bridge durch ins Zentrum (Circular Quai) zum Frühstück. Später hatten wir dort unser erstes australisches Bier (vielen Dank fürs Sponsoring Karin & Dave) und noch etwas später unseren ersten Apéro (ebenfalls vielen Dank an Andrea, Luzia, Nicolas und Remy). A propos Bier: Hier gibt es ausgezeichnetes Bier und absolut niemand trink Fosters. Wir haben noch nicht einmal Fosters gefunden. Fosters wird hier angeblich nur zum Kochen benutzt.





Die ersten Tage in Sydney verbrachten wir damit, uns zu orientieren, mit Natel und Internet zu versorgen, zu lernen wie man hier den Bus benutzt (vorne rein, hinten raus und dem Bussfahrer beim Aussteigen danken) sowie uns einzurichten. Unter anderem mussten wir noch 40kg Gepäck (hauptsächlich Jacquelines Schuhvorrat *grins*), welches wir per Luftkurier nach Sydney gesandt hatten, beim Flughafen abholen. Dies hat sich als ziemlich umständliche Übung herausgestellt: Zu erst mussten wir im Frachtbüro am internationalen Flughafen bestimmte Papiere abholen. Mit diesen mussten wir dann zum Zoll im „domestic“ Flughafen, was eine kleinere Zugfahrt und Fussmarsch beinhaltete. Beim Zoll mussten wir zu drei Schaltern und hoch und heilig versprechen, dass wir weder Esswaren noch Dreck (noch Drogen) in unseren Taschen haben. Darauf wurden unsere Papiere abgestempelt und wir mussten wieder zurück zum Frachtbüro im internationalen Flughafen, wo unsere Papiere abermals abgestempelt wurden. Mit einer anschaulichen Stempel-Kollektion auf unseren Papieren wanderten wir dann zur Frachthalle, wo uns ein verdutzter Arbeiter empfing. Anscheinend hatte er noch nie jemand gesehen, der sein Gepäck zu Fuss abholt. Freundlich und hilfsbereit wie die Australier sind, hat er uns gleich sämtliche günstigen Autohändler in der Region aufgezählt (sprich dort wo die Mietautos verkauft werden, nachdem sie schrottreif am Flughafen abgegeben werden). Mit den 2 mal 20kg auf dem Rücken ging es dann zu Fuss und per Zug quer durch Sydney zu unserer Ferienwohnung zurück.

In den anschliessenden Wochen haben wir dann versucht, uns hier ein Leben aufzubauen. Dazu braucht es hier vier Zutaten: ein Bankkonto, ein Auto, eine Wohnung und Möbel. Also der Reihe nach:

Um in Australien ein Bankkonto zu eröffnen, muss man nachweisen, dass man der/die ist, wer man sagt man sei (wie in der Schweiz). Da Australien (im Gegensatz zur Schweiz) aber kein Einwohnerregister hat (und somit keine Ahnung hat, wer wo wohnt), genügt der Reisepass nicht. Den Wohnort muss man mit einer Gasrechnung (welche die Adresse zeigt), Stromrechnung, etc. beweisen. Die Katze beist sich aber leider in den Schwanz, denn eine Wohnung kriegt man nur, wenn ein volles australisches Bankkonto vorweisen kann (oder ein Einkommen hat, was wir aber nicht mehr haben). Glücklicherweise gibt es an der Universität mehrere Bankfilialen, welche solche Probleme relativ informell zu lösen wissen.

Als stolze Besitzer eines Bankkontos begann das nächste Abenteuer: der Autokauf. Aufgrund der Erfahrung am Frachtflughafen haben wir uns als erstes ein Auto gemietet. Damit sind wir dann rumgeflitzt und haben mehrere Autos inspiziert, welche wir zuvor auf dem Internet auskundschaftet hatten. Das erste Auto, welches wir angeschaut hatten, war ein australischer Holden (eine Art lokaler Opel, gehört zu GM) mit 450’000km für $2'000. Bei der Testfahrt hat es immer so komisch geklappert. Angeblich habe mal einer versucht das Auto mit einem Drahtkleiderbügel aufzubrechen wobei der Kleiderbügel in die Türkonstruktion gefallen sei und seither dort vor sich hinklappert… Vielleicht waren aber auch einfach die Räder nicht mehr richtig angeschraubt. Auf jeden Fall haben wir uns dann für ein etwas teureres und 120’000km junges Modell der gleichen Marke entschieden. Wenn man die Rücksitze runterklappt bietet es 1.50*2.20m Liegefläche und hat einen 3.8l Motor (braucht „fast“ kein Benzin). Im linken Aussenspiegel haust eine Spinne, welche täglich ein neues Netz zwischen Spiegel und Fenster baut. Egal wie häufig man das Netz wegmacht, am nächsten Tag ist es wieder dort. Uns wurde erzählt, dass es in Australien doppelt so viele solcher Spinnen gibt wie Autos (zwei pro Auto, eine in jedem Aussenspiegel). Egal, wir sind ja Tierfreunde.



Das Autofahren hat uns schon einige unterhaltsame Momente beschert. Zum Beispiel haben wir in der zweiten Woche zwei Parkbussen auf einmal am Scheibenwischer gefunden für „Not parallel park in direction of travel“. Zu erst haben wir die Welt nicht mehr verstanden. Notabene kostet jede dieser Bussen $141. Etwas Internet-Recherche hat dann ergeben, dass es in Australien verboten ist, am Strassenrand zu parkieren wenn das Auto nicht in die Fahrtrichtung schaut. Wenn man also auf der anderen Strassenseite eine der seltenen Parklücken entdeckt, muss man zu erst umständlich Wenden und darf erst danach parkieren. Wie das Anwälte halt so tun, hat Sämi gegen die zwei Bussen Beschwerde eingereicht und zumindest erreicht, dass wir nur eine davon bezahlen mussten. Ein weiterer glorioser Moment mit unserem Auto war, als Sämi eines Tages den Ölstand überprüfte. Der Messstab hat überhaupt kein Öl mehr angezeigt. Daraufhin hat Sämi im Handbuch nachgeschaut wie viel Öl der Motor fasst (4.8l) und ist subito mit dem Velo zur nächsten Tankstelle gefahren, um einen grossen Kanister Öl zu kaufen. Den hat er dann auch fast komplett reingeschüttet, schliesslich hatte der Ölmessstab ja vorher angezeigt, dass der Motor kein Öl mehr hatte. Als Sämi anschliessend nochmals den Ölstand überprüfte, war der etwa 10cm über dem Maximalpegel.... Zu erst dachten wir, besser zu viel als zu wenig. Doch dann haben wir uns via Internet und beim Garagisten erkundigt. Anscheinend gibt es einen Dampfkochtopfeffekt wenn man zu viel Öl im Motor hat. Dadurch gehen alle Dichtungen kaputt und der Motor pfeift und rinnt aus allen Löchern. Deshalb konnte Sämi das Auto nicht mal mehr zur Garage fahren und musste den Pannendienst kommen lassen. Der hat rund 2 Liter Öl abgelassen... Tja, Schuster bleib bei deinen Leisten...

Im neuen Auto und dank der grossartigen Hilfe unseres TomTom (Navigationsgerät) ging es auf Wohnungssuche. Zu erst hatten wir ja die Vorstellung, dass wir in eine Wohngemeinschaft möchten, da wir so rascher Leute kennenlernen würden und mehr Englisch sprechen könnten. Das hat sich aber als unmöglich herausgestellt. Entweder waren die WGs absolut hässliche Bruchbuden, ausnützerische Untervermietungen oder sie wollten keine Paare. In einer WG wollte uns einer ernsthaft den Balkon als Büro vermieten und ein anderer hat uns sein Kellerzimmer vermieten wollen, ganz stolz darauf, dass er den Keller mit eigenen Händen gegraben hatte (was man dem Keller auch ansah)… So haben wir uns schliesslich auf die Suche nach den eigenen vier Wänden gemacht. Dies war aber auch nicht leicht, denn als Schweizer ist man in Sachen Bauqualität und Platz ziemlich verwöhnt (sogar in Zürich). Die Mieten sind hier ungefähr wie in Zürich, einfach mit dem Unterschied, dass man hier viel weniger Qualität für denselben Preis bekommt. Nach vielen Kilometern und vielen Besichtigungen haben wir letztlich eine Wohnung direkt über die Strasse von unserer anfänglichen Ferienwohnung gefunden. Wir konnten also zu Fuss zügeln. Das Haus ist etwa 100 Jahre alt, hat hohe Räume (3.5 Zimmer) und Aussicht auf die Harbour Bridge und den Hafen (leider etwas verbaut).



Inzwischen haben wir herausgefunden, dass unser Quartier (McMahons Point) die zweitteuerste Wohngegend von Australien ist und hier nur die Mehrbesseren wohnen (John Travolta ist angeblich einer unserer Nachbarn, zumindest wenn er hier in den Ferien ist). Wir hatten offenbar Glück, denn wir zahlen weniger als alle andern. Vielleicht haben wir das der Finanzkrise zu verdanken. Auf jeden Fall haben wir gleich einen Vertrag für 11 Monate abgeschlossen, so dass weder gekündet noch die Miete erhöht werden kann.

Die Gebäude und die Strassen sehen hier zwar nicht sehr teuer aus, doch die Lage ist ziemlich einmalig. Das Quartier McMahons Point liegt auf einer Landzunge im Hafen von Sydney mit bester Aussicht auf die Harbour Bridge, die Oper und die Skyline. Ausserdem haben wir unterhalb unseres Hauses eine eigene Fähre-Haltestelle.


Unter diesem Link findet ihr eine Karte mit ein paar Referenzpunkte in Sydney. Hier, hier und auch hier hat es Google-Map Streetviews von unserem Quartier.

Da wir auf den Hafen sehen, sehen wir auch ständig die grossen Ozeandampfer und Lastschiffe ein- und auslaufen, was zumindest für Sämi sehr spannend ist. PS. Das Passagierschiff auf dem unteren Bild hat tatsächlich unterhalb der Harbour Bridge durchgepasst!


Das Quartier ist sehr ruhig und hat auf der Hauptstrasse einige herzige kleine Kaffees und Restaurant. Zudem haben wir ein Quartier-Pub, welches eine interessante Mischung zwischen gestylter Bar, Pub, Restaurant und Wettbüro ist. An mehreren Bildschirmen kann man auf sämtliche Hunde- und Pferderennen in Australien wetten. Am 3. November 2009 ist übrigens Melbourne Cup. Dies ist das wichtigste Pferderennen in Australien. Die meisten Büros schliessen an diesem Nachmittag, da dann alle Leute in die Pubs und in die Wettbüros gehen. Obschon das Rennen im 900km entfernten Melbourne stattfindet, muss man sich auch hier in Schale respektive in ein Abendkleid stürzen. Drückt uns die Daumen, vielleicht gewinnt ja unser Pferd.

Als wir hier eingezogen sind, mussten wir zu erst einmal die Wohnung auf Vordermann bringen, denn sie war ziemlich schmutzig (offenbar stand sie zuvor 5 Monate leer). Der vermeidliche Lufterfrischer (à la automatischer WC Spray) im Wohnzimmer hat sich nach genauerer Untersuchung als Ungeziefervertilgungsspray entpuppt. Der Vertilgungseffekt hält immerhin noch einigermassen an. Auch mussten wir uns mit den hiesigen Installationen vertraut machen, welche teilweise völlig nutzlos sind. So haben wir beispielsweise einen Dampfabzug, welcher aber keine Verbindung nach Draussen hat. Viel mehr saugt er den Dampf an und bläst die Abluft einfach oben wieder raus, so dass es einem immer die Abluft ins Gesicht bläst. Bei einem Kollegen wurde die Abluft sogar einfach in ein Küchenschränkli oberhalb der Kochkombination geleitet.

Das Mängelprotokoll/Inventar der Vermieter war ebenfalls ein einziger Witz. So wurde beispielsweise die hölzerne Küchenkombination mit Plastikabdeckung im Marmor-Look als „real marble kitchentop“ bezeichnet. Nicht erwähnt wurde aber, dass der Geschirrspüler bei Betrieb immer die Sicherungen in der ganzen Wohnung durchbrennen lies und dass man im Schafzimmer das Licht nicht abstellen konnte.

Eine weitere Meisterleistung der Ingenieurskunst ist die Waschmaschine, welche wir in unserem Haus teilen. Sie steht im Schopf im Hinterhof. Es ist eine sogenannte „Toploader“ Waschmaschine, sprich man belädt sie von oben. Die Trommel dreht horizontal (statt vertikal). Die Waschmaschine hat drei Programme: kalt, kalt/warm und warm. Wenn man kalt wählt, wäscht sie kalt (ist ja logisch). Wenn man warm wählt, wäscht sie gar nicht, denn es fehlt ein Warmwasseranschluss (Australische Waschmaschinen können das Wasser nicht selbst heizen, sondern nehmen das heisse Wasser vom Boiler, was nicht sehr präzise ist). Und was passiert wenn man kalt/warm wäscht? Es wäscht (schon mal gut), aber nur mit der Hälfte des Wassers da ja der Warmwasseranschluss fehlt. Unglaublich. Vielleicht sollten wir noch erwähnen, dass ein Waschgang, welcher übrigens 20 Minuten dauert, sagenhafte $2 kostet. Nachdem unsere weissen Kleider immer grauer wurden, haben wir uns inzwischen eine eigene „europäische“ Waschmaschine gekauft.

An dieser Stelle vielleicht noch ein paar Worte zu den australischen Handwerkern. Die sind immer sehr freundlich und nach dem zweiten Anlauf klappst dann auch meistens. Allerdings wird sehr viel improvisiert. Bei unserem Gasherd hat beispielsweise der automatische Funken nicht mehr aufgehört zu funken. Anstatt dies zu flicken, wurde diese Eigenschaft kurzerhand entfernt. Jetzt müssen wir den Herd mit dem Feuerzeug anzünden. Oder das Licht im Schlafzimmer, welches man nicht auslöschen kann. Das Problem liegt anscheinend nicht am Lichtschalter (welcher ziemlich neu aussieht), sondern daran, dass niemand den Lichtschalter am Stromkreislauf fürs Licht (oder am falschen Stromkreislauf) angeschlossen hat. Hierzu noch eine Anekdote aus fremder Hand: Bei einem Kollegen war der Backofen kaputt (kein Strom mehr). Nachdem der Monteur die ganze Sache sauber analysiert hatte, kam er zum Verdikt, dass er entweder den Backofen zum laufen bringen könne oder aber die Backofenuhr. Vollen Ernstes hat er dann gefragt, ob der Kollege lieber den Backofen oder die Uhr repariert haben möchte…. als ob das je eine Frage gewesen wäre. Anscheinend gibt es hier Leute, die lieber eine Backofenuhr haben als ein Backofen. Immerhin weiss man dann immer, wann man den Kuchen hätte rausnehmen müssen, würde der Backofen funktionieren.

So, inzwischen hatten wir also ein Bankkonto organisiert, ein Auto gekauft und eine Wohnung gemietet. Jetzt fehlte nur noch das ganze Zubehör für die Wohnung, denn die haben wir leer gemietet und wir besassen nichts ausser unsere Kleider (und die 40kg Schuhe von Jacqueline *grins*). Als sparsame Studenten versuchten wir natürlich möglichst viel über den Secondhand Markt sowie über E-Bay zu kaufen. Inzwischen sind wir ziemliche Experten in beidem, aber natürlich mussten auch wir unser Lehrgeld bezahlen. So wollten wir beispielsweise bei einem Dubaianer (oder wie heissen sonst die Leute aus Dubai? Dubaier? Dubainer?) ein Bett, ein Lesestuhl und ein Kühlschrank kaufen. Wir einigten uns auf den Preis, doch der Dubaianer wollte die Waren noch 5 Tage behalten, da er erst dann auszog. Gleichzeitig wollte er aber schon eine Anzahlung. Wir haben ihm dann $100 als Anzahlung gegeben und zu unserer Sicherheit bereits den Lesestuhl mitgenommen. Zu Hause angekommen, sahen wir ein paar Stunden später, dass der Dubaianer dieselben Möbel nach unserem Besuch wieder auf dem Internet ausgeschrieben hatte. Nach ein paar bösen SMS und Telefongesprächen ist er noch am selben Abend hier angetanzt, hat die $100 abgeliefert und den Stuhl wieder mitgenommen. Kurz darauf ist es uns dann gelungen, einem Südafrikaner welcher auswandern wollte, den halben Hausrat abzukaufen. Bis auf das Doppelbett hat auch alles in unserem Auto Platz gehabt. Für das Doppelbett hatten wir einen Transporteur für den folgenden Tag engagiert. Wenig klüger von der Erfahrung mit dem Dubaianer hatten wir jedoch auch schon für das Bett im Voraus bezahlt. Am nächsten Tag rief uns dann der Transporteur an. Bei der Wohnung des Südafrikaners öffne niemand und der Südafrikaner war weder per SMS noch Telefon zu erreichen. Wir konnten unsere Naivität kaum glauben und haben und grün und blau geärgert. Einen Tag später erhielten wir aber einen Rückruf vom Südafrikaner. Er erklärte uns, dass er die letzten zwei Tage im Spital verbracht hätte, da er bei einer Beizentour eine Treppe runtergefallen sei. Wie dem auch sei, kurze Zeit später stand das Bett bei uns und das Vertrauen in unsere Menschenkenntnis kam wieder zurück.

Natürlich mussten wir auch noch ein paar Sachen bei Ikea einkaufen. Wenn man in einen der fünf Ikeas auf diesem Kontinent geht, merkt man, dass man weit ab auf einer Insel ist. Hier fehlt einfach der Wettbewerb. Obschon das Leben hier gemäss Statistik etwa 20% günstiger als in der Schweiz sein sollte (wovon wir allerdings noch nicht viel bemerkt haben), ist Ikea etwa 30% teurer als in der Schweiz. Echte Luxusmöbel.

Die ganze Hausrats-Einkauferei hat uns ziemlich viel Zeit (und Benzin) gekostet, aber zumindest kennen wir uns jetzt in der Stadt ziemlich gut aus. Wenn wir einander jeweils ein Weg beschreiben, heisst es dann beispielsweise „fahre in Richtung Sofa und dann links in Richtung Tisch“.

Nun zum eigentlichen Grund, weshalb wir hier sind, das Studium. Unser Studium an der Universität hätte ja eigentlich bereits am zweiten Tag nach unserer Landung begonnen. Wir waren auch dort, haben uns etwas umgesehen und ein paar Informationsveranstaltungen besucht. Doch zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Wohnung und somit andere Prioritäten. Entsprechend hart wurde das Studium dann, als wir nach etwa drei Wochen mit der ganzen Wohnungssache fertig waren. Bei Jacqueline gab es plötzlich Abgabetermine für Seminararbeiten, welche innert kurzer Frist eingehalten werden mussten und Sämi stand vor etwa 5 Bundesordnern mit Gerichtsfällen, welche gelesen (und verstanden) werden mussten. Somit fing für uns eine ziemlich arbeitsintensive Zeit an, welche eigentlich bis heute angedauert hat. Jacqueline hat es etwas „schlimmer“ erwischt als Sämi. Sie hat zahlreiche Gruppenarbeiten mit Studenten aus zig Nationalitäten, was die Zusammenarbeit nicht gerade erleichtert. Während einigen Wochen musste Jacqueline 7 Tage pro Woche von 8 bis 24h arbeiten. Glücklicherweise haben sich diese intensiven Zeiten zwischen uns meist abgewechselt, so dass immer einer den Haushalt schmeissen konnte.

Um den Unibetrieb zu beschreiben muss man etwas ausholen. Ein australischer Uni-Abschluss ist zweigeteilt in ein Bachelor-Studium (ca. nach 3 Jahren) und ein Master-Studium (nach einem weiteren Jahr). Die meisten Studenten hören nach dem Bachelor-Abschluss mit dem Studium auf und gehen Arbeiten. Als Anwalt braucht man hier beispielsweise keinen Master-Abschluss. Die Angefressenen kehren nach ein paar Jahren Praxis wieder an die Uni zurück und „stottern“ den Master ab. Da die australischen Master-Studenten meist vollzeit arbeiten, absolvieren sie in der Regel nur ein oder zwei Fächer pro Semester (wir absolvieren 4 Fächer pro Semester). Der Unibetrieb im Master Studium ist sehr stark auf berufstätige Studenten ausgelegt. Sämis Klassen sind beispielsweise immer erst ab 18h oder dann gleich eine Woche non-stop von 9h bis 17h. Das tönt jetzt zwar nach viel Freizeit, aber anders als in der Schweiz werden einem hier im Unterricht bloss die Grundsätze vermittelt. Die ganzen Details muss man sich dann selbst beibringen. Um sicherzustellen, dass die Studenten einigermassen à jour bleiben, muss man ständig irgendwelche Seminararbeiten abgeben. Tja, und so vergeht eine Woche ziemlich rasch.

Der Uni-Campus selbst ist sehr schön. Er liegt auf der unserer Wohnung gegenüberliegenden Seite des Central Business District (CBD genannt, der Ort mit den Hochhäusern) auf einem Hügel mit super Aussicht über die Stadt. Das Hauptgebäude ist eine Mischung zwischen den Gebäuden der Oxford Universität und Harry Potter.


An der Uni Sydney studieren ca. 50'000 Studenten (in Sydney gibt es zudem noch etwa 4 andere grosse Unis) aus unzähligen Ländern. Auf dem Campus hat man manchmal das Gefühl, dass halb China in Sydney studiert (und in der Stadt hat man den Eindruck, halb China lebe hier). Der Campus ist ein ganzer Stadtteil von Sydney und beinhaltet alles, was man im Studentenleben so braucht: Bars, Clubs, BBQ, Sport, Restaurants, Bücherladen, Kleiderladen, Banken, Ärzte (inkl. Spital), Zahnärzte, Optiker, Reisebüro, …). Jüngere Studenten wohnen sogar auf dem Campus.

Vorgestern haben wir beide unsere letzte Vorlesung für dieses Semester gehabt. Unglaublich, wie rasch diese Zeit vergangen ist. In zwei Wochen haben wir Prüfungen und dann Semesterferien.

Ok, wir geben es ja zu. Wir sind nicht nur fleissig am Studieren. Ein gewisses soziales Leben haben wir uns trotzdem aufbauen können. Einerseits kennen wir natürlich inzwischen viele Studenten, andererseits hat Sämi aber auch viele Leute übers Velofahren und über die lokale Niederlassung seiner Anwaltskanzlei kennengelernt. Aufgrund des Verkehrs treffen sich die Velofahrer hier in Sydney am Morgen um 6h und fahren dann in Gruppen ihre Trainingsrunde. Die Strassen haben hier eigentlich immer mindestens zwei Spuren (pro Fahrtrichtung) und so wird einfach eine Spur von der Velogruppe blockiert. Man fühlt sich dann wie in der Tour de France. Sämi steht somit mehrmals in der Woche um 5h auf. Die Trainingsfahrten gehen durch die Stadt ans Meer und dann in die nahegelegenen Naturschutzgebiete. Das schöne dabei ist, dass Velofahren hier viel geselliger ist als in der Schweiz. Wegen des Verkehrs müssen die Leute zusammenhalten und etwas miteinander unternehmen. Hier fährt keiner den andern davon. Nach dem Training geht man immer noch zusammen in ein Kaffee z'mörgele. Die Strassen sind hier leider in einem sehr schlechten Zustand. Einmal hat Sämi mit dem Rennvelo ein grosses Schlagloch erwischt und eine kleine Massenkarambolage auf der Trainingsfahrt produziert. Dabei hat er sich den Kopf angeschlagen und den Helm zerbrochen.




Nach etwa einer Woche mit Kopfschmerzen und einer Hirnerschütterung ist er jetzt wieder mit einem neuen Helm und etwas vorsichtiger unterwegs. Jacqueline geht regelmässig joggen und hat ein paar Tennisfreunde an der Uni gefunden; darunter der Pakistanische Uni-Tennis-Meister, welcher ein grosser Roger Federer Fan ist.

Manchmal gehen wir auch an den Strand. Ins Wasser haben wir uns aber noch nicht getraut. Spätestens im Dezember ist unsere Schonzeit aber abgelaufen, dann geht es zwei Tage in die Surfschule. Hoffentlich sind die Haie dann gerade in den Sommerferien.


Sämi nimmt regelmässig an den Weiterbildungsveranstaltungen bei Baker & McKenzie Sydney teil. Die Kanzlei hier in Sydney hat ca. 300 Anwälte und ist direkt hinter der Sydney Opera am Hafen gelegen mit traumhafter Aussicht. Von unserer Wohnung kann Sämi mit der Fähre direkt ins Büro fahren. Wer kann schon von sich behaupten, dass er mit dem Schiff zur Arbeit fahren kann?


Wir gehen ausserdem jeweils an die monatlichen Treffen des Schweizer Clubs hier in Sydney. Dort trifft man sehr interessante Leute. Die einen sind bereits seit 40 Jahren hier und können interessante Geschichten erzählen. Zudem gibt es dort einen Koch, der Schweizer Käse importiert (welcher sonst im Laden das doppelte kostet). Somit ist für das Nötigste gesorgt. Beim letzten Treffen hat Sämi sogar einen ehemaligen Arbeitskollege getroffen, mit welchem er vor 10 Jahren beim Schweizerischen Bankverein gearbeitet hat. Kleine Welt.

Mit Sandro und Manuela aus Bern hatten wir auch schon unsere ersten Besucher aus der Schweiz. Dies habe wir zum Anlass genommen, unser eigenes Barbecue einzuweihen.

Einer der Höhepunkte bisher war sicherlich unser Wahlbeobachtungsausflug vor die Küste von Sydney. Mit einem abartig schnellen Boot sind wir rausgebrettert und haben dann sehr schnell eine Wahlkuh mit ihrem Neugeborenen gefunden. Während wir sie begleiteten, ist die Mutter plötzlich komplett aus dem Wasser gesprungen. Und wenn dann eine Wahlfisch-Mama aufs Wasser platscht, gibt es ziemliche Wellen. Sämi’s Foto-Reflexe haben alles festgehalten (worauf er sehr stolz ist ;-). Anschliessend ist das Neugeborene zu uns geschwommen und hat uns inspiziert. Die 30 Tonnen schwere Mutter kam dann zu unserem Boot, um es wieder einzufangen. Die Wahlfische sind inzwischen wieder Richtung Antarktis unterwegs, aber wir planen bald einen Ausflug zu den Delfinen, welche hier leben.








Ein weiteres Highlight war der Besuch des Sydney Fishmarket und die Ausbildung an der angegliederten Kochschule. Dank den Gutscheinen von Nadja und Michel konnten wir dort je einen super Kochkurs absolvieren. Damit wir möglichst viel Know-how mitnehmen konnten, sind wir in unterschiedliche Kurse gegangen. Jacqueline hat gelernt, wie man aus Fisch, Krevetten und Tintenfischen tolle thailändische Speisen zubereitet. Sämi hat in Vorbereitung auf unser Weihnachtsessen einen Kurs in Seafood Barbecue gemacht.






Mit Freunden haben wir ausserdem an einer Weindegustation am Strand von Sydney teilgenommen. Der Event fing bereits am Morgen um 10h an. Entsprechend lustig wurde es dann am Nachmittag (vgl. Foto, Jacqueline nach 5 Stunden Weindegustation). Bei denselben Freunden sind wir übrigens heute Abend zum Barbie (sprich Barbecue) eingeladen. Unser erstes richtiges Barbecue bei Australiern in Australien.


Der Alltag hier kann als sehr gemütlich beschrieben werden. Obschon Sydney eine pulsierende Grosstadt ist, ist es doch eher beschaulich und ruhig. Seit wir hier sind haben wir beispielsweise noch keine Polizeisirene gehört. Als gestresste Zuger in Zürich muss man sich erst daran gewöhnen, dass hier alles etwas ruhiger zu und her geht. Den Tag sollte man hier nicht ohne Kaffee beginnen. Die Sydneysider (so heissen die Menschen in Sydney; aha, vielleicht heissen die Menschen in Dubai Dubaisider) machen den besten Kaffee, den wir je irgendwo auf der Welt gehabt haben. Wir haben uns sogar eine kleine Kaffeemaschine (natürlich nicht so ein Konservenbüchsen-Nespresso-Ding) gekauft und werden einen Barrista (so nennt man jemand der/die als Beruf Kaffee macht) Kurs absolvieren.

In der Stadt reisen wir eigentlich nur per Zug oder Fähre. Beide bleiben nie im Stau stecken und sind innert weniger Minuten von unserer Wohnung aus erreichbar. Der Busverkehr ist hier ziemlich unzuverlässig. Die Busspuren sind nicht etwa nur für die Busse bestimmt, nein sie werden auch von anderen Verkehrsteilnehmern rege und teils sogar als Parkplätze benützt. Fazit, die Busse kommen, wann sie kommen und niemand scheint sich daran zu stören. Es kann dann auch schon mal vorkommen, dass ein Chauffeur aussteigt, um bei der Festnahme von Graffitisprayern auch noch seinen Senf dazuzugeben. Tja, man braucht viel Geduld in Sydney….;-) Das Auto brauchen wir momentan eigentlich nur zum Einkaufen, was man hier entweder im Quartierlädeli (zum doppelten Preis), am Markt oder im Shoppingcenter erledigt. Lustigerweise hat es hier im Verhältnis zu Grösse der Stadt (immerhin wohnen hier 4.3 Mio. Menschen) wenig Shoppingcenter für Nahrungsmittel. Dafür haben diese Center jeden Tag der Woche bis 24h geöffnet (sonntags teilweise „nur“ bis 22h). Das ist ausgezeichnet für uns, denn so müssen wir den Tag nicht mit Einkaufen verschwenden sondern erledigen das in den Randzeiten wenn man sonst nur noch müde vor dem Fernseher sitzen würde. A propos Essen, das Essen ist hier ausgezeichnet. Dank all den Immigranten gibt es sehr viel Abwechslung und die Qualität des Essens ist sehr hoch.

Wettermässig war es bisher ganz anders als erwartet. Wir sind im Winter angekommen (Juli). Die ersten 6 Wochen hatten wir kein Regen und jeden Tag Sonne. Die Temperaturen (im Schatten) schwankten so zwischen 12 und 20 Grad. Die australische Sonne ist aber so unglaublich intensiv, dass man problemlos mit T-Shirt und Shorts rumlaufen konnte. Dann folgten ein paar sehr warme Wochen (ca. 30 Grad) mit viel Sonnenschein. In dieser Zeit hatten wir auch den Sandsturm. Heisse Winde vom Landesinnern (dort wo die Wüste ist) haben Sand nach Sydney geweht und uns damit eingenebelt. Das Ganze hatte sehr schön ausgesehen, doch am Abend hatte Sämi etwas Atemprobleme und alles war sandig.


Seither war das Wetter etwas durchzogen. Wir hatten ein paar ziemlich heftige Regenfälle welche die Strassen in Minuten zu Bächen verwandelt haben und den ganzen Sand weggewaschen haben. Bisher war es noch nicht so heiss wie befürchtet. Eher im Gegenteil. Da die Häuser hier etwa so gut isoliert sind wie ein Schweizer Haus mit offenen Fenstern ist es in den Häusern immer mindestens gleich kalt wie draussen. Als wir von unserer kleinen Ferienwohnung in die grosse Mietwohnung umgezogen sind, haben wir nach der ersten Schlotter-Nacht einen superstarken Heizradiator gekauft und den in letzter Zeit relativ häufig gebraucht. Da hier am Wasser immer ein Wind geht, ist es selbst bei 30 Grad nicht wirklich heiss. Aber noch ist es ja nicht Sommer. Deshalb wollen wir hier noch nichts verschreien. Angeblich soll es in Sydney tatsächlich ziemlich warm werden.

Tja, und dies bringt und in die Gegenwart und zum Ausblick auf die nächsten Wochen. Wie erwähnt müssen wir jetzt für die Prüfungen lernen und haben dann ab Mitte November Semesterferien. Als Abwechslung zum Stadtleben gehen wir dann eine Woche ins Outback auf eine Schaf und Rinderfarm, wo wir eine Cowboy / Cowgirl (hier Jackaroo / Jillaroo genannt) Ausbildung absolvieren. Das wird ziemlich viel Reiten beinhalten und Sämi hat sich dafür schon mal eine stilgerechte Kopfbedeckung zugelegt. Anschliessend kommt uns dann Sämis Schwester besuchen. Mit ihr gehen wir zwei Tage ins Surf-Camp und hoffen, dass uns die Haie nicht mit einem Seehund verwechseln. Dann fliegen wir mit ihr für zwei Wochen nach Neuseeland. Wir haben gehört, dass man dort Heli-Mountainbiken kann. Wäre ein Versuch wert. Für Weihnachten kommen dann noch Sämis Eltern vorbei und wir werden zusammen einen Ausflug in die Blauen Berge (blue mountains) machen. Ende Dezember fliegen schliesslich die Eltern von Jacqueline ein, um mit uns auf das neue Jahr anzustossen und das Feuerwerk zu bestaunen. Mit ihnen und unserem tollen Auto gehen wir dann auf einen Road-Trip die Küste runter nach Melbourne, Adelaide und wieder zurück.

Es steht somit einiges an, worauf wir uns ungemein freuen. In den letzten Wochen waren wir wegen der Uni ziemlich an Sydney gebunden und konnten die Umgebung kaum erkunden. Umso mehr freuen wir uns, nun endlich etwas mehr von diesem riesigen Land und dessen Bewohnern sehen zu können.

Selbstverständlich werden wir dann wieder etwas zu Berichten haben. Hoffentlich schaffen wir es etwas früher als dieses Mal. Wer nicht bis dahin warten möchte, kann uns fast täglich kostenlos per Skype kontaktieren. Wer das nicht kennt: Skype (http://www.skype.com/) ist eine Software, welche es einem erlaubt, gratis über das Internet zu telefonieren (unsere user names sind jacqueline.buergler und samuel_marbacher). Wenn man eine Webcam hat, kann man sich dabei sogar sehen. Für uns ist dies eine sensationelle Software und wir würden uns sehr freuen, mehr von euch via Skype zu erfahren. Natürlich freuen wir uns auch über Emails (luuser_jb@hotmail.com; samuel@marbacher.com) oder Kommentare zu diesem Blog. Wir sind auch per Post erreichbar. Unsere Adresse lautet: 1/12 East Crescent Street, McMahons Point 2060 NSW, Australia.

Weitere Fotos findet ihr unter http://picasaweb.google.com/JackyundSaemiDownunder/Australien?authkey=Gv1sRgCK_KyOCZzN73Ng# . Wir laden regelmässig neue Fotos auf diese Internetseite.

In diesem Sinne, bis bald und viele liebe Grüsse. Wir vermissen euch.


Jacqueline und Sämi