Vor lauter Ferien hatten wir die letzten zwei Monate gar keine Zeit mehr für unseren Blog. Dies wollen wir hiermit nun ändern und euch up-to-date bringen.
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Anfangs Dezember sind wir mit Fränzi, Sämis Schwester für zwei Wochen nach Neuseeland geflogen. Genaugenommen sind wir auf die Nordinsel geflogen und auch dort haben wir es in zwei Wochen nur geschafft, die oberen zwei Drittel zu sehen. Neuseeland sieht zwar neben Australien auf der Weltkarte winzig aus, ist aber trotzdem sehr gross und die Strassen sind derart kurvig, dass man kaum vorwärts kommt. In Auckland angekommen sind wir zu erst nördlich nach Russell an die Bay of Islands gekurvt. Russel ist die älteste Stadt in Neuseeland und Ausgangspunkt für Bootsausflüge um Delfine zu beobachten.
Mit ein paar anderen Wagemutigen sind wir in See gestochen, um (auf offener See) mit Delfinen zu schwimmen. Nach Kurzem hatten wir bereits die erste Gruppe von Delfinen gefunden. Leider hatte diese Gruppe ein Junges dabei, welches noch gesäugt wurde, so dass wir gemäss NZ Umweltschutzrecht nicht ins Wasser durften. [Junge Delfine werden alle 2 Minuten gesäugt. Verpassen sie 2 bis 3 mal das Säugen (z.B. wegen lustigen Schwimmern), können sie sterben.] Auf der Suche nach einer zweiten Gruppe von Delfinen sind wir einem (Baby-)Hammerhai begegnet, was uns etwas Nachdenklich über das bevorstehende Geplantsche an demselben Ort gemacht hatte… Als wir dann aber die zweite Gruppe von Delfinen gefunden hatten, war der Hammerhai vergessen und wir haben uns todesmutig in die Fluten gestürzt. Erst dort bemerkten wir aber, wie anstrengend es ist, einem wilden Delfin schwimmend zu folgen. Leider waren die Delfine an diesem Tag nicht zum Spielen aufgelegt und haben weite Kreise um uns gezogen. Die zweite Gruppe Delfine war eine etwas kleinere Art als die erste Gruppe, dafür schneller und etwas ängstlicher. Ein unglaubliches Erlebnis war es aber auch jeden Fall, welches wir bei einer anschliessenden Kanutour verdaut haben.
Von der Bay of Islands sind wir an die Westküste in den Wipoua Forst gefahren, wo es riesige Kauri Bäume gibt. Diese Bäume sind etwa 52m hoch und haben einen imposanten Stammdurchmesser von über 14m. Das Faszinierenste an den Kauri Bäumen ist jedoch ihr Alter. Der hier abgebildete Baum wird auf 2000 Jahre alt geschätzt. Man stelle sich mal vor, was ein solcher Baum alles schon erlebt und überstanden hat. Für den Grössenvergleich haben sich Jacqueline und Fränzi unten links vor den Baum gestellt. Man sieht sie kaum.
Übernachtet haben wir in einer kleinen Camping-Hütte auf einem Zeltplatz in Piha. Piha liegt an einem schönen schwarzen Sandstrand. Einziger Nachteil, der Campingplatz liegt in der „Tsunami Evacuation Zone“. Unsere Mini-Hütte hätte es glatt weggespült. Zum Glück blieb es diese Nacht ruhig.
Am nächsten Tag fuhren wir auf Coromandel Peninsula, eine Halbinsel östlich von Auckland. Hier befindet sich die absolut beste Attraktion von Neuseeland: die Hot Water Beach. Dieser Strand liegt in einer Vulkanischen Zone mit geothermischen Aktivitäten. Bei Ebbe kann man am Strand ein Loch in den Sand graben, welches sich mit ca. 50 Grad heissem Grundwasser füllt. Wenn man das Loch an einer Stelle gräbt, wo es auch noch etwas kaltes Grundwasser hat, erreicht man einen gut temperierten Pool. Und all dies gratis, direkt am Meer und unter dem Sternenhimmel.
Unsere nächste Station war Rotorua, eine Stadt mit viel Maori-Kultur und zahlreichen geothermischen Aktivitäten. Praktisch jedes Haus hat im Hinterhof ein Loch, aus welchem heisser Dampf kommt. Darin wird dann gekocht. Man muss aber das Essen gut verpacken, sonst riecht es anschliessend nach faulen Eiern (Schwefel)… In dieser Gegend haben wir auch etwas mehr über die Kultur der Maori erfahren. Anders als die Aborigni von Australien sind die Maori erst viel später nach Neuseeland gekommen (vermutlich von Polinesien). Höchstwahrscheinlich waren sie deshalb auch nicht so anfällig auf die eingeschleppten Krankheiten der weissen Siedler. Hinzu kommt, dass die Maori ein sehr kämpferisches Volk waren/sind. Dies hat wohl dazu beigetragen, dass die Maori in der neuseeländischen Gesellschaft heute eine viel wichtigere Rolle spielen als die Aborigini in der Australischen Gesellschaft.
Rotorua liegt in den Bergen und ist umgeben von Wildbächen. Entsprechend konnten wir es nicht lassen, einen solchen Wildbach mit dem Raft runterzupaddeln. Dummerweise hatten wir gerade denjenigen Trip ausgesucht mit dem „höchsten kommerziell befahrbaren Wasserfall der Welt“… sprich einem über 7m hohen Wasserfall. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und gewaschen, haben es aber genossen.
Weiter ging es nach Taupo zur Besteigung des Mount Tongario, einem (ehemaligen) Vulkan. Dieser Berg war einst der höchste Berg Neuseelands, bis der oberste Drittel eines Tages in einer grossen Explosion wegflog. Dafür bietet er jetzt eine spektakuläre Szenerie. Unter anderem wurde dort Szenen für den Film „Herr der Ringe“ gefilmt (Mount Doom und Plains of Gorgoroth). Die eindrückliche Wanderung geht bis ca. 1900 müM und dauerte etwa 6 Stunden. Wir wanderten über Lavafelder, überquerten mehrere Krater und sahen türkisgrüne Vulkan-Seen (und sogar etwas Schnee).
Der letzte Stopp vor Auckland machten wir bei den Waitomo Caves. Dies ist ein Höhlensystem bestehend aus den uns bekannten Stalaktiten und Stalagmiten Höhlen, aus unterirdischen Flüssen (man könnte sogar unterirdisch Riverrafting machen) sowie aus Höhlen mit Glühwürmchen. Uns hat die letzte Höhle am besten Gefallen. Wir sind in einem kleinen Alu-Boot (ohne Motor) geräuschlos auf einem unterirdischen See gepaddelt wobei es stockdunkel war. An der Decke der Höhle hingen Millionen von Glühwürmchen. Es sah aus wie ein Sternenhimmel aus grünen Sternen.
Vor unserem Rückflug verbrachten wir noch zwei Tage in Auckland. Auckland ist wie Sydney sehr schön am Meer gelegen und hat zahlreiche Buchten. Natürlich ist Auckland viel kleiner als Sydney und man hat es grundsätzlich in zwei Tagen gesehen. Überhaupt, Neuseeland ist ja nicht für seine Städte, sondern für die schöne Natur bekannt. So machten wir noch einen Ausflug in einen Seil Park. In einem Wald wurden zwischen den Bäumen auf ca. 10m Höhe Kabel gespannt, auf welchen man (natürlich gesichert) rumklettern kann. Das Ganze war ein ziemliches Abenteuer und Nichts für Leute mit Höhenangst.
Die Neuseeländer sind ein sehr freundliches und hilfsbereites Volk. „Men and their toys“ trifft in Neuseeland definitiv zu. Man hat den Eindruck, dass jeder einen Sit-On-Rasenmäher (John Deer), ein Sportfischerboot, ein Motorrad und eine Fischräuchermaschine im Garten stehen hat. Man merkt auch, dass Neuseeland nach Australien besiedelt worden ist. Vieles erinnert an Australien, aber mit dem etwas besseren Finish.
Morgen reisen wir nochmals nach Neuseeland, diesmal aber auf die Südinsel nach Christchurch. Dort haben wir uns ein Campervan (Minibus mit Bett) gemietet und werden damit die Insel erkunden. Weitere News aus Neuseeland sind somit garantiert.
Viele liebe Grüsse
Jacqueline & Sämi
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